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Finanzkrise und kein Ende 25.11.2008, 20:48kleck
Die eigentliche Wahrheit hinter der Verstaatlichung der »Citigroup«

F. William Engdahl

Wie mir Bankiers, mit denen ich seit Jahren in Kontakt stehe und die zu den Insidern der Finanzwelt gehören, berichtet haben, stand die Welt am letzten Freitag, den 21. November, unmittelbar vor dem schlimmsten Finanzkollaps der Geschichte. Auslöser war die »Citigroup«, noch vor zwei Jahren die größte Bank in ganz Amerika. Dass dieses etwa zwei Billionen Dollar schwere Finanzinstitut jetzt praktisch von der US-Regierung verstaatlicht werden musste, ist ein deutliches Anzeichen für kommende Erschütterungen in anderen großen US-amerikanischen und europäischen Banken, die bisher als »zu groß, um bankrott zu gehen« galten.
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....Ein Bankrott von General Motors würde unmittelbar zu einem Verlust von 2,5 Millionen Arbeitsplätzen führen und indirekt etwa 15 Millionen Arbeitsplätze weltweit vernichten. ....
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.... Im Jahre 2009 werden wir titanische Erschütterungen und Veränderungen der globalen Weltordnung erleben, mit Ausmaßen, die es wahrscheinlich in den letzten 500 Jahren nicht gegeben hat. Deshalb reden wir vom Ende des »Amerikanischen Jahrhunderts« und seines Dollarsystems.

Welche Zerstörungen dieser Prozess den amerikanischen Bürgern, die ja zu den Hauptopfern von Paulsons »Kapitalisten-Spezis« gehören, sowie dem Rest der Welt bringen wird, hängt jetzt von der Schnelligkeit und Entschiedenheit ab, mit der die Regierungschefs in der EU, allen voran in Deutschland, sowie in China, Russland und den anderen Staaten außerhalb der USA auf diese Krise reagieren. Jetzt ist aber keine Zeit für ideologische Sentimentalitäten und die Nostalgie der alten Nachkriegsordnung. Die ist schließlich im September zusammen mit Lehman Brothers und der Präsidentschaft der Republikaner kollabiert. Auch auf ein »Wunder« von der Obama-Präsidentschaft zu warten, ist für den Rest der Welt jetzt keine Option mehr.

ausführlichr Beitrag unter: http://info.kopp-verlag.de/news/die-eigentliche-wahrheit-hinter-der-verstaatlichung-der-citigroup.html
Finanzkrise und kein Ende 25.11.2008, 21:27Blasius
Lieber Karl,

ich erlaube mir den Hinweis, dass es wert ist, den Artikel zur Gänze
zu lesen.

Der Beitrag mit der etwas unglücklich aufgemachten Headline
"Finanzkrise: Die Unscharfmacher" wirft ja bereits die Frage auf:
„warum entschied Finanzminister Paulson, AIG freizukaufen, aber nicht Lehman?“

als Antwort findet sich: Ja, es sei „ganz klar, dass Goldman Sachs davon profitierte“
"Stärkte nicht der Untergang von Lehman, der die Finanzkrise weltweit eskalieren ließ,
die Marktposition des Konkurrenten Goldman Sachs? Und hatte sich Henry Paulson,
der selbst früher Chef des legendären Geldhauses war, nicht von "Lloyd Blankfein",
seinem dortigen Nachfolger, vor der Entscheidung gegen Lehman beraten lassen?"

So wird die Krise gleichzeitig von denen benützt, die sie verursacht haben, um
sich lästige Konkurrenz mittels staatlichem Dirigismus vom Hals zu schaffen
und um nach der Krise wie der Phönix aus der Asche wieder aufzuerstehen -

zahlen werden wir dafür alle !!

kleiner Nachtrag zu Goldman Sachs:

Zu den bizarrsten Facetten der ebenso bizarren Strategie Washingtons, die derzeitige globale systemische Finanzkrise zu managen, gehört die ungewöhnliche Rolle, die US-Finanzminister Henry Paulson dabei einem unerfahrenen früheren Investmentbanker von »Goldman Sachs« gegeben hat: Neel Kashkari.

Das wäre aber alles nicht so wichtig, wenn der außerordentlich junge und völlig unerfahrene Kashkari nur Paulsons Assistent wäre. Doch tatsächlich ist er der eigentliche Architekt von Paulsons 700 Milliarden Dollar schweren Rettungsplans, und darüber hinaus wurde er von Paulson auserwählt, den dazugehörigen Fonds zu verwalten – und das hat an der Wall Street Alarm ausgelöst. Viele Geschäftsrivalen von Goldman Sachs haben sich bereits darüber beschwert, dass ein ehemaliger Angestellter von Goldman Sachs eine derartige Machtfülle bekommen hat und entscheiden kann, welche Banken mit der Hilfe von Steuergeldern überleben können und welche untergehen.

- Editiert von forummano am 25.11.2008, 22:33 -
Mark Twain sagte einmal:
"Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht."
Finanzkrise und kein Ende 25.11.2008, 22:02Blasius
Eine etwas verkürzte Fassung:

Der schlimmste Albtraum für Washington: Einigung zwischen der EU und China

F. William Engdahl

Mitten in der sich verschärfenden weltweiten Finanzkrise und Washingtons Antwort darauf – eine Krise, die man in Europa und Asien richtigerweise für »Made in USA« hält –, vollzieht sich langsam ein Prozess von geradezu epochaler Bedeutung. Kürzlich haben sich über 40 Staatschefs der EU und Asiens – besonders wichtig ist dabei China –, getroffen, um gemeinsame Ziele zu besprechen. Dabei ging es nicht nur um die Lösung der derzeitigen Krise, sondern um grundlegende Veränderungen der Regeln in der internationalen Finanzordnung. Allein die Tatsache, dass dieses Treffen stattfand, ist schon bemerkenswert. Dass es aber im Vorfeld des am 15. November in Washington stattfindenden Gipfeltreffens der G20 stattfand, um in Peking »ein gemeinsames Vorgehen« im Umgang mit zukünftigen Krisen zu besprechen, bereitet Politikern in Washington einige Kopfschmerzen.

Der Hintergrund ist hier besonders wichtig: Erst nach einigem Drängen seitens des französischen Staatspräsidenten Sarkozy willigte der (noch) amerikanische Präsident Bush ein, für den 15. November eine große internationale Konferenz in Washington einzuberufen. Bezeichnenderweise findet diese Konferenz nach der Wahl des neuen US-Präsidenten, aber ganze zwei Monate vor dessen Amtsübernahme am 20. Januar 2009, statt. Durch die Abhaltung der Konferenz an diesem Datum hat Bush sicherstellen wollen, dass die Beratungen kaum mehr Gewicht als diplomatisches Gehabe haben würden. Frankreich, Deutschland und die anderen großen Länder der EU haben jedoch offenbar zusammen mit China eine gemeinsame Position vor dem Washingtoner Krisengipfel am 15. November festgelegt.

Eine solche unabhängige politische Position – noch dazu in der Frage der Kontrolle der internationalen Finanzmärkte, die Washington so sehr am Herzen liegt – hat es bisher noch nie gegeben.

Bei den Gesprächen hinter verschlossenen Türen in Peking am Wochenende des 25. und 26. Oktober erklärte sich China einverstanden, die deutsch-französische Forderung nach strikter Regulierung und Transparenz der internationalen Finanzmärkte zu unterstützen. Dies ist wichtiger, als es zunächst erscheinen mag und stellt einen empfindlichen Schlag für die Rolle Washingtons in der Welt nach der Krise dar. In seiner Antwort auf die Nachricht von der Einigung zwischen China und der EU konnte Bush nur die endlose Mantra von der Freimarktposition der USA wiederholen. Mit Blick auf den anstehenden Finanzgipfel in Washington meinte er, die einzelnen Länder müssten sich auf »die Grundlagen nachhaltigen Wirtschaftswachstums konzentrieren: freie Märkte, freies Unternehmertum und freier Handel«. Ein Sprecher von US-Finanzminister Henry Paulson wiederholte praktisch dasselbe wie Bush, als er erklärte: »Was auch immer wir tun, das Gipfeltreffen muss unsere Entschlossenheit zu freien Märkten und freiem Handel bestärken – die grundlegende Politik, die den Lebensstandard erhöht hat.«

Diese armselige Erklärung zeigt, wie stark Washington jetzt die Hände gebunden sind. Die politische Führung in Europa weiß ganz genau, dass überhaupt erst diese US-amerikanische »Entschlossenheit zu freien Märkten und freiem Handel« zu der jetzigen Krise geführt hat. Die systematische Abschaffung jeglicher öffentlicher Aufsicht über das ganze US-Bankwesen sowie Hedge-Fonds und Investmentbanken, die Ausschaltung aller Vorsichtsmaßnahmen, jeglicher Transparenz und die Einführung wilder »außerbilanzlicher« Bankgeschäfte, mit denen die Risikobehaftung der größten Banken verschleiert wurden – all dies hat zu der unvermeidlichen Krise geführt, die die Welt heute erfasst hat. Immer wieder hatten Politiker und Zentralbankiers der EU in den letzten Jahren vergeblich vor den freizügigen finanziellen Exzessen der USA gewarnt.

Wenn sich nun die Staatschefs Frankreichs und Deutschlands, der wichtigsten Länder der EU, bei einem Gipfeltreffen – der zweitägigen Asien-Europa-Konferenz (ASEM) der 27 EU-Mitglieder und 16 asiatischen Ländern – in Peking hinter verschlossenen Türen mit den führenden Politikern Chinas treffen, um eine gemeinsame Position der EU und Chinas vor dem kommenden Wirtschaftsgipfel auszuarbeiten, dann kommt das einer Revolution gleich.

China verfügt heute über die größten Devisenreserven der Welt; die People’s Bank of China sitzt auf geschätzten 1,9 Billionen Dollar. Der chinesische Staatsfonds Sovereign Wealth Fund hält gegenwärtig etwa 400 Milliarden Dollar, die er nach eigenem Gutdünken weltweit an geeigneten Stellen investieren kann. Kurz: China verfügt über ein Mittel, das die bedrängten europäischen Finanzinstitute jetzt dringend brauchen: hartes Bargeld. Seit 2007 übersteigt der Handel zwischen der EU und China den in Dollars abgewickelten US-China-Handel. Still und heimlich hat China sein Hauptaugenmerk von den USA weg und auf engere Zusammenarbeit mit den EU-Staaten gerichtet.

Fast hätten die Bemühungen der Regierung Bush im vergangenen März ihr Ziel, einen Keil zwischen China und die EU zu treiben, Erfolg gehabt, als Aufstände in Tibet gegen dort wohnende Han-Chinesen geschürt wurden, um China vor den Olympischen Spielen unter Druck zu setzen. .........
..............
Dass Merkel und Sarkozy nach Peking reisten, um über eine gemeinsame Politik in Bezug auf die Regulierung und Aufsicht der Weltfinanzmärkte zu verhandeln, spricht Bände über den wirklichen Stand der Beziehungen zwischen China und der EU.


Leitartikel in China Daily

China äußert sich seinerseits öffentlich zunehmend kritisch über die Politik Washingtons. China Daily, die englische Ausgabe der offiziellen Zeitung der Kommunistischen Partei Chinas, brachte diese Kritik sogar in einem Leitartikel zum Ausdruck, in dem es hieß, die USA hätten durch die Dollar-Dominanz den Reichtum der ganzen Welt geplündert. Daher brauche die Welt, so eine führende staatliche chinesische Tageszeitung am 24. Oktober – also einen Tag vor dem EU-Asien-Gipfel in Peking –, dringend eine andere Währung, die an die Stelle des US-Dollar träte. Im Kommentar auf der Frontseite der Auslandsausgabe von People’s Daily hieß es, die Länder Asiens und Europas sollten zunächst den Dollar bei ihren direkten Handelsbeziehungen ablösen und sich nur auf ihre eigenen Währungen verlassen. In dem Artikel wurde Shi Jianxun, Professor an der Tongij-Universität in Schanghai, mit den Worten zitiert: »Die düstere Wirklichkeit hat inmitten der Panik viele Menschen zu der Erkenntnis gebracht, dass die Vereinigten Staaten die Vorherrschaft des Dollars benutzt haben, um den Reichtum der Welt zu plündern.« Offensichtlich mit offizieller Rückendeckung fügte der angesehene chinesische Wirtschaftswissenschaftler noch hinzu: »Der US-Dollar verliert das Vertrauen der Menschen. Die Welt, die demokratisch und gesetzmäßig durch eine weltweite Finanzordnung handelt, muss dringend das internationale Währungssystem ändern, das bislang auf der weltweiten Führungsrolle der USA und der Herrschaft des US-Dollars beruht.«

Shi schlug vor, den gesamten Handel zwischen Europa und China auf der Grundlage von Euro, britischem Pfund, japanischem Yen und chinesischem Yuan abzuwickeln. Das bedingt eine mögliche noch festzulegende Konvertibilität des chinesischen Renminbi.

In seinem Kommentar betonte Shi: »Wie können Europa und Asien einander die Hand reichen und sich gemeinsam der Jahrhundert-Finanzkrise stellen, die die USA verursacht haben; wie können sie eine neue, gleichberechtigte und sichere internationale Finanzordnung schaffen? Die Welt erwartet von diesem Asien-Europa-Gipfel große Ergebnisse in Hinsicht auf eine Zusammenarbeit im Finanzsystem.« Angesichts der Ergebnisse der zweitägigen Gespräche in Peking spiegelte Shis Kommentar deutlich die offizielle Sicht der chinesischen Regierung wider. Washington befindet sich zunehmend in der Rolle einer ehemaligen Supermacht, eines dem Untergang geweihten – inoffiziellen – Imperiums, ganz egal, wie oft es zur Verschleierung dieser Tatsache das Wort »Demokratie« auch im Munde führen mag. Die wichtige Frage für die USA und die Welt ist die, ob der nächste US-Präsident diese Realitätsverweigerung ablegt und realistische und vernünftige Verhandlungen mit der übrigen Welt aufnimmt. Wir werden sehen.
http://info.kopp-verlag.de/news/der-schlimmste-albtraum-fuer-washington-einigung-zwischen-der-eu-und-china.html
Mark Twain sagte einmal:
"Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht."
Finanzkrise und kein Ende 26.11.2008, 09:19kleck
Guten Morgen Herbert!
Ja, Du hast recht, den Artikel in seiner Gänze zu lesen bringt den vollen Informationswert. Ich bin aber belehrt worden, dass die meisten Forumsteilnehmer die langen Artikel ablehnen und nicht lesen. Deshalb bemühe ich mich, nur einen Hinweis für interessierte Leser zu geben.

Im übrigen wird es schon interessant, wie die globale Entwicklung nun weiter geht. Ob sich Europa aus "Dankbarkeit" gegenüber den USA unter dem neuen Präsidenten doch wieder diesem unterwirft und die Strategie der USA auf globale Dominanz in der Welt weiter unterstützt. Das würde weiterhin Spaltung Europas, Unfrieden zwischen EU, Russland und China, Verdrängung von China und Russland aus Afrika und Beendigung der durch China und Russland begonnenen Infrastrukturpolitik gegen Rohstoffe in Afrika (das AFRICOM „USA errichten AFRICOM, Pentagon plant Strategie für Rohstoffkriege“ http://info.kopp-verlag.de/news/kopp-exkulsiv-usa-errichten-africom-pentagon-plant-strategie-fuer-rohstoffkriege.html ist ja seit 01.10.2008 einsatzbereit) bedeuten.
Sprich, dass durch die USA bislang praktizierte Schmarotzertum unter Ausnutzung der Leitwährung, Manipulation des Weltfinanzsystems und der UN-Institutionen, was nun durch die Finanzkrise wohl allen deutlich wurde, würde unter anderen Vorzeichen weitergeführt und in einer neuen Krise enden. – Die eigentlichen globalen Probleme der Menschheit wie Umwelt, Ernährunge etc. würden nicht in Angriff genommen.
Der Traum von einer relativ befriedeten Welt bliebe ein Traum!

MfG

Karl aus TD
Finanzkrise und kein Ende 26.11.2008, 11:58kleck
Hier noch ein kleines Gedicht mit aktuellem und ernstem Hitergrund zum Thema Finanzkrise.


Zur Finanzkrise


Wenn die Börsenkurse fallen,

regt sich Kummer fast bei allen,

aber manche blühen auf:

Ihr Rezept heißt Leerverkauf.



Keck verhökern diese Knaben

Dinge, die sie gar nicht haben,

treten selbst den Absturz los,

den sie brauchen - echt famos!



Leichter noch bei solchen Taten

tun sie sich mit Derivaten:

Wenn Papier den Wert frisiert,

wird die Wirkung potenziert.



Wenn in Folge Banken krachen,

haben Sparer nichts zu lachen,

und die Hypothek aufs Haus

heißt, Bewohner müssen raus.


Trifft's hingegen große Banken,

kommt die ganze Welt ins Wanken -

auch die Spekulantenbrut

zittert jetzt um Hab und Gut!


Soll man das System gefährden?

Da muss eingeschritten werden:

Der Gewinn, der bleibt privat,

die Verluste kauft der Staat.


Dazu braucht der Staat Kredite,

und das bringt erneut Profite,

hat man doch in jenem Land

die Regierung in der Hand.



Für die Zechen dieser Frechen

hat der Kleine Mann zu blechen

und - das ist das Feine ja -

nicht nur in Amerika!


Und wenn Kurse wieder steigen,

fängt von vorne an der Reigen -

ist halt Umverteilung pur,

stets in eine Richtung nur.


Aber sollten sich die Massen

das mal nimmer bieten lassen,

ist der Ausweg längst bedacht:

Dann wird bisschen Krieg gemacht.


Es bleibt uns zu hoffen, dass sich die Akteure im politischen Handeln zu anderen Lösungen inspirieren lassen als im Gedicht beschrieben.

MfG

Karl aus TD
Finanzkrise und kein Ende 26.11.2008, 12:18hozni
gefällt mir [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch
Finanzkrise und kein Ende 26.11.2008, 13:58kleck
Danke im Namen des Autors.

Ich bitte um Entschuldigung. Da ich beim Verfassen des letzten Beitrags etwas abgehalten wurde, habe ich versäumt, den mutmaßlichen Autor zu nennen.
Das Gedicht wird der Österreicher Richard Kerschofer zugeschrieben.
Ich fand, dass er das Dilemma so treffend beschreibt, dass es unbedingt auch hier seinen Platz haben sollte.


MfG

Karl aus TD
Finanzkrise und kein Ende 26.11.2008, 14:19kleck
Wie soeben in den Nachrichte zu erfahren war, wird das verabredete Treffen zwischen China und der EU nicht stattfinden. China hat abgesagt, da sich der französische Regierungschef, als EU-Ratsvorsitzender, mit dem Dalailama treffen will.
Da bin ich wieder bei meinem obigen Thema. Wollen wir Europäer uns wirklich weiterhin von den USA dominieren lassen? Im Kampf um die alleinige Weltmacht USA schwächt ja ein ausgewogenes politisches Klima zwischen der EU und China die Position der USA.
Ich finde, in einer politisch und wirtschaftspolitisch kritischen Situation, die von der USA in unverantwortlicher Weise ausgelöst wurde, sind solche politischen Spielchen unangebracht.
Oder ist Tibet der EU so wichtig?
Die USA mit ihren Schulden und Defiziten werden das Problem nicht lösen können. China und Russland spielt hier eine entscheidende Rolle mit ihren Finanzreserven.


MfG

Karl aus TD
Finanzkrise und kein Ende 26.11.2008, 15:24PeterV
Hallo Karl,

erst mal ein Bravo auch von mir für das eingestellte Gedicht, trifft den sprichwörtlichen Nagel passgenau auf den Kopf. [klatsch

Aber, was ich nun nicht ganz verstehe, wieso sind die USA mal wieder daran schuld, das China sich nicht mit der EU treffen will, weil sich der französische Präsident mit dem Dalailama treffen will? Haben sich die Chinesen das etwa von den USA aufdiktieren lassen? Oder gehört Frankreich nun zu den USA?
Mal Spass beiseite. Ich bewundere den Dalailama, wenn die restlichen Politiker, egal ob Ost oder West nur 10% von der Weisheit und der Weitsicht hätten, würden wir in einer besseren Welt leben und wenn die "Finanzbosse" der Welt, auch wieder egal ob Ost oder West (die nehmen sich beide nichts, wenn es um Gier geht) ebenfalls nur 10% davon, dann hätten wir diese Finanzkriese nicht.

Ich stehe auch in diesem Fall auf der Seite des Dalailama! China will zwar in die westliche Welt, ist aber politisch nicht reif dafür. Wenn es nach mir ginge, hätte es auch keine Olympiade in diesem Land gegeben.
Ich für meinen Teil kaufe jedenfalls solange keine Produkte die eindeutig aus China kommen, solange dieses Land nicht aufhört Menschenrechte mit Gewalt niederzuschlagen.

Auch ich bin, habe ich dir ja schon mehrfach gesagt, nicht unbedingt mit allem was die USA machen einverstanden. Dem stehe ich ebenso kritisch gegenüber. Ich hoffe nur, das Obama da etwas daran ändert. Beste Absichten hat er ja, mal sehen was draus wird.

LG
PeterV
Finanzkrise und kein Ende 26.11.2008, 17:14kleck
Hallo PeterV!

Sicher kann man geteilter Meinung sein. Bei aller Achtung der Persönlichkeit des Dalailama, sehe ich ihn doch als Instrument der USA-Politik in Hinblick auf ein von den USA zu steuerndes Großtibet und dessen Abspaltung von China. Ähnliche Bestrebungen können wir ja auch im Nordosten Chinas beobachten, die auch unter dem Einfluss des CAI geschehen.
Wenn Du so konsequent gegen Produkte aus China bist, dann wirst Du sicher bald ohne Versorgung dastehen. Was kommt heute von den "gewöhnlichen" Artikeln nicht aus China. Die USA werden doch fas ausschließlich von China versorgt. Die Eigenfertigung in den USA ist auf ca. 53 % gesunken (das sind wohl sicher Massenprodukte und gewöhnliche Industrieprodukte). Alles andere sind Importe - vornehmlich aus China. An dem hohen Außenhandelsdefizit der USA gegenüber China ist das sicher erkennbar.
Menschenrechtsverletzungen sind ein heikles und von der westlichen Welt heuchlerisch betrachtetes Problem. Wenn wir den selben Maßstab bei allen Verletzungen der Menschrechte anlegen, dann müssten wir doch wohl sehr stark gegen die weit größeren Menschenrechtsverletzungen (direkt ausgeführt oder veranlasst von den USA) durch die USA protestieren. Leider dulden wir diese aber unter dem „Mäntelchen des Kampfes um Demokratie und Freiheit“. Damit will ich nicht sagen, das ich das in China geschehene billige. Krieg, Vertreibung unterlassene Hilfeleistung in den Krisenregionen z. B. Afrika sind meiner Meinung nach nicht zu akzeptierende Menschenrechtsverletzungen.
Und so könnten wir den Disput unendlich fortsetzen. Die Liste des Versagens der Völkergemeinschaft in den letzten 20 Jahren unter Führung der USA wäre lang.
Aber wie kommen wir aus diesem Negativtrend heraus, wenn die Welt nur durch Geld regiert wird?
Die USA hatten Kraft ihres von der UNO nach 1945 übertragenen Auftrages als wirtschaftlich stärkste Nation nach dem verheerenden Krieg in Europa alle Möglichkeiten. Klammern wir die Periode des „Kalten Krieges“ einmal aus, so hat die USA diese Möglichkeiten nach der offenen Offerte von Gorbatschow nur für die eigenen globalen Ziele missbraucht. – Schade!

MfG

Karl aus TD
Finanzkrise und kein Ende 26.11.2008, 21:41PeterV
Hallo Karl,

Nur gut, das Russland und China die absolut friedliebensten Völker auf Erden sind.
Da gibt es keine Machtstellungen, welche nur durch die Gier nach noch mehr Reichtum bestimmt wird. Ach schöne heile Welt bei Brüderchen Russland. Da ist alles sauber und gerecht geregelt....Oh Gaszprom unser aller Wohltäter. Und der Umweltschutz in Russland - einfach vorbildlich! Da gibt es ganze Seenlandschaften aus Erdöl, weil die Pipelines def. sind und die armen Russen ja kein Geld für Reparaturen haben...
Auch diese Liste liese sich endlos fortsetzen. Nicht zu vergessen, die ach so freundliche Kinderarbeit in China! Mensch sind die aber gut - die bösen Amis haben das gar nicht.
Deine Argumente sind mit Sicherheit in vielen Punkten richtig, aber sei doch bitte nicht auf einem Auge blind und sehe von beiden Seiten eben auch beide Seiten, nicht nur was du gerne sehen möchtest.
Wenn ich heute Qualität haben will, dann schaue ich nach Made in Japan, oder Taiwan - die können das inzwischen besser. Der Billigschrott Made in China, den du überall auf der Welt findest (schau dich hier nur bei Tesco um) dafür ist mir mein Geld zu schade!
Natürlich kann China auch High Tech produzieren, aber der ist dann genauso teuer wie aus Japan, wo in den letzten Jahren wohl die meiste Innovation herkam.
Das kannst du an der Autoindustrie als schönes Beispiel sehen. Amitechnik = groß, klobig, taugt nichts - Deutsche Autos = unzuverlässig, rückständige Technik! (ich war früher mal Daimler Benz Fan - jetzt käme mir so ein Müll nicht mehr ins Haus! Ich kenne eine Menge Leute hier und auch in D., welche mit dem Stern unterwegs sind und was ich da höre oder sehe, fast jeder ärgert sich darüber das er so etwas gekauft hat und ist sich sicher, das war der letzte Benz).
Wenn ich innovative, zuverlässige Technik will, dann muss ich schon einen Japaner fahren - traurig aber wahr.

Nimms nicht krumm, sondern versuche doch einfach mal von beiden das Positive, wie auch das Negative zu sehen und nicht nur vom einen dies und vom anderen das. Die Russen, oder Chinesen haben wie auch die USA beide Seiten - gute und schlechte. Das ist fast wie im richtigen Leben.

LG
PeterV
Finanzkrise und kein Ende 27.11.2008, 12:13kleck
Hallo PeterV!
Da kann ich Dir nur zustimmen. Leider wird aber in den Medien und in den Foren, in denen ich mich oft aufhalte, lediglich über die Übel Russlands und Chinas geredet. Alle anderen Schmutzigkeiten in der Welt, auch die der USA ,werden klein geredet oder verschwiegen. Wir sollten alle begreifen, dass Russland und China keine Kolonien Europas und den USA sind.
Auch sollten wir die Globalstrategei der USA, die die Alleinherrschaft über den Erdball anstrebt und für dieses Zeil keine Mittel scheut, hinterfragen. Ist sie noch zeitgemäß, um den Erdball und die Menschheit vor größerem Übel zu retten? Kriege und Finanzkriege führen jedenfalls nicht zu einer erstrebten besseren Welt. Das Ergebnis dieser US-Politik können wir ja nun besichtigen.
Da stimme ich schon mehr den Chinesen und Russen zu, die Infrastruktur- und Investitionshilfen für Rohstoffe in ihrer Politik setzen.
Auch das ist sicher nicht konfliktfrei, aber könnte die von den USA betriebenen Massenvernichtung (Uranmunition im Irak etc.) etwas begrenzen.
Aber warten wir es ab, was das AFRICOM in Afrika ausrichten wird. Sicher wieder Krieg und Vertreibung wie wir die Anfänge ja schon erleben können.

MfG

Karl TD
Finanzkrise und kein Ende 04.12.2008, 15:13Guenther sen.
Und noch gefunden....

[bae http://nachrichten.aol.de/nachrichten-politik/nahles-erzuernt-die-spd-mit-dem/artikel/20081204014404486716533

http://nachrichten.aol.de/nachrichten-politik/immer-mehr-deutsche-verlassen-die-republik/artikel/20081203121656167015482

http://nachrichten.aol.de/nachrichten-politik/als-die-ddr-fuer-kurze-zeit/artikel/20081204021938646589520
Finanzkrise und kein Ende 04.12.2008, 15:41Blasius
Gerüchteweise auch in Deutschland schon im Gespräch:

http://nachrichten.aol.de/nachrichten-wirtschaft/millionen-us-buerger-beziehen-lebensmittelmarken/artikel/20081204060123067269885

Na dann, Fröhliche Weihnachten [schaf [schaf
Mark Twain sagte einmal:
"Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht."
Finanzkrise und kein Ende 05.12.2008, 16:33Schwob
noch ein gedicht,

heilix blächle!dondr au!
was send mir schwoaba doch rächt schlau!
wenn d´andre wältweit spekuliera,
no kennet schwoaba net verliera:
sie schaffa,schaffa ond den baua
de andre kennad uns nex klaua,
was wir em häusle inveschtiert,
des hemmar doch scho längscht kapiert!
ond wenn de ganze welt het glacht,
jetzt lachad wir wenn´s kracht
an älle ecka auf der wält,
mir gäbat nex von onserm gäld
an sälle global player.
s`gschparte isch ons viel zu teier,
blos wenn`s em schwoabaland wird z`eng,
no sehn mr des au net zu streng:
verkaufed onser häusle leicht
weils geld en ungarn weiter reicht.
doch oines ischt scho emmer klar:
dr schwoab bleibt schwoab,wird nia magyar
[bae
gruss wolfgang
Finanzkrise und kein Ende 05.12.2008, 17:41kleck
Wenn die Krise zum Propheten kommt

George Soros spricht in Budapest über die Verfehlungen des Finanzsystems

„Die Krise ist ein hausgemachtes Problem des Finanzsystems selbst und hat sich jahrelang angekündigt.” - Es sind Märkte zusammengebrochen, die nicht einmal existierten. Nun gilt es einen neuen Konsensus zu schaffen. „Eine tiefe Repression ist nun unvermeidlich und auch eine Depression ist nicht mehr auszuschließen.“ - Den Ungarn empfiehlt er, endlich Steuern zu zahlen.

George Soros, US-Milliardär ungarischer Herkunft, ist nicht nur eine Finanzlegende und ein Philanthrop, sondern auch ein viel gelesener Autor. Seine jüngste Publikation „The New Paradigm for Financial Markets: The Credit Crisis of 2008 and What It Means“ erschien im April 2008 und nahm bereits vorweg, was die (Finanz-)Welt wenig später spüren sollte: „Wir befinden uns in der Mitte der schlimmsten Finanzkrise seit den 1930ern.“ So ist George Soros dieser Tage ein gefragter Mann. Als einer der wenigen, die die Finanzkrise vorhergesagt haben, wird ihm weltweit gern Gehör geschenkt, so auch vergangene Woche an der Central European University (CEU) in Budapest.

Bereits in den 1980er Jahren, zu Zeiten von Reagan und Thatcher, warnte George Soros als einsamer Rufer in der Wüste vor den Folgen verfehlter Finanzpolitik und dem Marktfundamentalismus, der davon ausgeht, dass sich Märkte selbst ausgleichen und dass geringe Abweichungen durch äußere Faktoren verschuldet sind. Gerade das Gegenteil ist nun der Fall: „Die Krise ist ein hausgemachtes Problem des Finanzsystems selbst und hat sich jahrelang angekündigt.“ Die Krise, die im Frühsommer 2007 mit der US-Immobilienkrise begann, äußerte sich weltweit in einer Reihe von erlittenen Verlusten und Insolvenzen bei Unternehmen der Finanzbranche.

Zunächst waren von den Problemen im US-Immobilienbereich in erster Linie Subprime-Kredite betroffen, also Kredite, die überwiegend an Kreditnehmer mit geringer Bonität vergeben wurden. Die US-amerikanische Federal Reserve Bank stellte hierzu im November 2007 weitere rund 40 Milliarden US-Dollar zur Verfügung – die größte Geldmarktintervention seit September 2001. Die Subprimekrise gilt als Auslöser der bis November 2008 anhaltenden weltweiten Finanzturbulenzen.

„Auch eine Depression ist nicht mehr auszuschließen“

Soros kritisiert die Rolle des Staates als Rückversicherer. „Mit dem absterbenden Finanzsystem im Blick hielten es die Autoritäten für vorrangig, dieses am Leben zu halten, anstatt über moralische Fragen zu sprechen, also über die Gefahr, dass nach der Wiederbelebung dasselbe Verhalten an den Tag gelegt wird wie zuvor. Betroffen sind weniger die Länder im Zentrum, sondern vor allem die an der Peripherie, egal ob in Asien, Lateinamerika oder Osteuropa. Jene konnten keine Kreditgarantien geben. Die bedingungslosen Kredite des IWF kommen nun zu spät und sind zu wenig.“

In der zweiten Jahreshälfte 2008 hat sich die Finanzkrise außerdem zunehmend auf die Realwirtschaft ausgewirkt. Effekte waren zunächst in den USA, dann in Westeuropa sowie in Japan zu spüren. Verstärkt wird die Entwicklung durch erhebliche Veränderungen der Wechselkurse. In Folge verzeichnen die Aktienkurse weltweit seit Oktober 2008 nach einem ersten Einbruch aufgrund der Finanzkrise einen zweiten starken Rückgang aus Angst vor zu befürchtenden Auswirkungen auf die Realwirtschaft.

Der IWF erwartet in seiner Prognose von Anfang November für 2009 die erste weltweite Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. George Soros geht noch weiter: „Eine tiefe Repression ist nun unvermeidlich und auch eine Depression ist nicht mehr auszuschließen.“

„In einem Sturm werden die Schwachen weggeblasen“

Dauer und Intensität der Auswirkungen der Finanzkrise auf die weltweite Realwirtschaft lassen sich schwer einschätzen. Für Soros sind Regulierungen jedoch nicht zwingend die Lösung des Problems: „Da Finanzmärkte geneigt sind, Blasen zu produzieren und diese Gefahren beinhalten, werden die Märkte von den Finanzautoritäten reguliert. Regulatoren aber sind nicht nur menschlich, sondern auch bürokratisch und politisch beeinflussbar. So ist auch das Zusammenspiel zwischen Regulatoren und Marktteilnehmern von reflexivem Charakter. Dieses Katz-und-Maus-Spiel setzt sich ständig fort und es ist gefährlich, den Einfluss der Reflexivität zu unterschätzen.“

Die Krise in ihrem gegenwärtigen Ausmaß übt ihren Einfluss auch auf die Politik aus. Das internationale Finanzsystem stand bislang faktisch unter der Leitung Washingtons – doch es versagte. Durch die Globalisierung blieb die Krise auch kein isoliertes Phänomen, sondern erfasste einen Markt nach den anderen. „Es sind Märkte zusammengebrochen, die nicht einmal existiert haben“, so Soros. Nun gilt es einen neuen Konsensus zu schaffen.

Im Sinne seines Lehrers, des Philosophen Karl Popper, verfolgt er das hehre Ziel einer offenen Gesellschaft, die sich selbst als nicht perfekt ansieht und so ständig bestrebt ist sich zu verbessern. Dabei ist auch Wirtschaft keine Wissenschaft, die eine absolute Wahrheit beinhaltet. „Die Realität, die man kreiert, ist nicht immer die Realität, die man erwartet. Sicher aber braucht man neue Motoren, wie alternative Energien. Dies ist ein Weg auf die Krise zu antworten.“ Schließlich hat der 1930 in Budapest geborene Soros auch über Ungarn seine Meinung: „Eine fundamentale strukturelle Schwäche Ungarns ist, dass die Menschen keine Steuern zahlen und in einem Sturm werden die Schwachen weggeblasen. Vielleicht aber wird die Krise dazu beitragen, dass in der Politik eine Zusammenarbeit einsetzt.“

Sebastian Garthoff[size=14px]

http://www.pesterlloyd.net/2008_46/0847soros/0847soros.html
Finanzkrise und kein Ende 05.12.2008, 17:49kleck
Fidesz im Traumland

Die von der Opposition in Ungarn geforderten radikalen Zinssenkungen sind auf mittlere Sicht ausgeschlossen.

Ungarn hat mit 11,5% die höchsten Leitzinssätze der EU. Der Tigersprung um 3%-Punkte im vorigen Monat, diente in erster Linie der Stabilisierung der unter Spekulationsdruck geratenen Landeswährung, hemmt aber die Kreditvergabe gewaltig. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die sich nicht so einfach über eigene Anleihen, Muttergesellschaften oder den grauen Kapitalmarkt bedienen können, leiden unter den hohen Rückzahlungsraten - in Fremdwährungskredite will sich verständlicherweise kaum noch ein Unternehmer wagen.

Das Wirtschaftsmagazin Portfolio hat sich unter Finanzexperten umgehört wie und vor allem wann dieser Teufelskreis der Zinsklemme durchbrochen werden könnte. Deren Vorhersagen nach kann man nicht vor 2010 mit einer wirksamen Senkung der Leitzinsen rechnen. Wenn alles so läuft, wie erhofft, dann würde Ende 2009 lediglich wieder die Marke von 8,5%, also jene vor der Notbremsung der Zentralbank vom 22. Oktober, erreicht werden können. In diesem Jahr könnte es höchstens noch eine symbolische Zinssenkung von rund einem Punkt geben.

Vor allem die IWF-Auflagen, die an das Hilfspaket gekoppelt sind, lassen der Regierung und der Notenbank kaum einen Spielraum. Alles, was den Staatshaushalt belaten könnte, soll vermieden werden, vor allem ein erneuter Fall des Forint, der die Ausslandsschulden verteuern würde. Finanzielle Stabilität werde momentan vor Wachstumsimpulse gesetzt, auch wenn nur letztere ersteres langfristig garantieren könnten.

Finanzfachleute sind sich daher einig, dass dieser Herbst nicht unbedingt als das Zeitalter großartiger Ideen des Fidesz in die Geschichte eingehen wird. Hatten doch Viktor Orbán und seine Wirtschaftsberater gerade wieder "drastische" Zinsschritte nach unten gefordert, "um die Wirtschaft anzkurbeln". Die Partei sei bemüht, ihr in jahrelanger Fundamentalopposition aufgebautes Vertrauenspotential Stein für Stein zu verspielen. Erst verweigere man jede Mitarbeit an der Rettung des Landes, nur um sich von der MSZP abzugrenzen und nun mache man auch noch völlig irrelevante Vorschläge.

So zeugten die Diskreditierung der IWF-Hilfen und die Forderung nach Rücknahme des Hilfspaketes für den Finanzsektor von Realitätsferne, der Aufruf einer Zinssenkung um 6-Prozent-Punkte sei "völliger Schwachsinn", liessen sich Finanzexperten zitieren. Das Fidesz befinde sich offenbar in einem Traumland. Seit dem Ausbruch der Krise ist zu beobachten, dass die Bevölkerung wieder etwas mehr Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Gyurcsány-Regierung gewonnen hat, die trotz einer fehlenden stabilen Mehrheit mehrere Gesetzesinitiative mit wechselnden Mehrheiten durchbrachte.

http://www.pesterlloyd.net/2008_48/0848fideszimtraumland/0848fideszimtraumland.html [size=14px]
Finanzkrise und kein Ende 06.12.2008, 03:37Evy
Dalai Lama --- global Player --- EU --USA --China

an Kleck

wieso ist der Dalai Lama (aus Deiner Perspektive) eine von der USA instrumentalisierte
Figur ?
Was hat er denn konkret im EU Parlament so Verwerfliches gesagt?
Er hat zum Dialog aufgerufen ... Na und ...Was soll daran falsch sein ?
China so scheint es, will unter dem Deckmantel des "beleidigt seins" der
"Majestätsbeleidigung" ...anderen Staaten bzw. z.B. dem Europaparlament
vorschreiben ...wem ggf "Rederecht" zugestanden wird.
Maulkörbe aus wirtschaftlichem Interesse oder Konfliktscheu!!!
Meinungsfreiheit zulassen oder unterdrücken .. ein weites Feld
Man mag die Aktionen auf dem Platz des himmlischen Friedens als
"imperialistische Propaganda"wegdiskutieren oder kleinreden.
Einen Platz des "himmlischen Friedens" in Europa sollten wir nicht anstreben.
Ein ergebnisoffener Dialog trägt mehr zum Verständnis der Position der
anderen Seite bei als ein Denk- und Redeverbot.

an Peter V

Man sollte sich nicht damit aufhalten ständig zu vergleichen, wer von den
global Playern seine Interessen härter bzw inhumaner durchsetzt.
Machtpolitik zeichnet nun mal jede Grossmacht aus und die EU ist noch
lange nicht soweit in diesem Machpoker mitzuhalten.
Es ist jedoch sehr auffällig, dass egal was kommt ...auf die USA eingedroschen
wird.... Gewiss sind auch von den USA Fehler gemacht worden und werden
täglich neu gemacht.... Es heisst ja Vereinigte Staaten nicht vereinigte Engel!
...Es sollte sich jedoch jeder Kritiker einmal rein hypothetisch fragen ...
Unterstellt es gäbe nur 3 Weltsysteme (in der heutigen Form) ...in welchem
System möchte man leben ...in Putins Russland? , im China von heute? oder
in der USA (mit allen Defiziten heutiger Prägung) ...?
Entweder oder ...nicht von allem ein bisschen ....
Auf die Antwort bin ich gespannt.

Gruss Evy
Finanzkrise und kein Ende 06.12.2008, 10:32Hunor
Hi ,
find ich lustig, wenn ich Aussagen wie diese

Zitat:
George Soros spricht ... über die Verfehlungen des Finanzsystems

Sollte ich mich täuschen oder war nicht gerade er auch einer der grössten Spekulanten???
Da er jetzt hier und da mal als vermeintlicher Wohltäter auftritt , wird das gerne mal vergessen.

Karin
Finanzkrise und kein Ende 06.12.2008, 10:40Blasius
Zitat:
Original von Hunor
Hi ,
find ich lustig, wenn ich Aussagen wie diese

Zitat:
George Soros spricht ... über die Verfehlungen des Finanzsystems

Sollte ich mich täuschen oder war nicht gerade er auch einer der grössten Spekulanten???
Da er jetzt hier und da mal als vermeintlicher Wohltäter auftritt , wird das gerne mal vergessen.

Karin


das ist halt argumentieren nach dem Motto: "Haltet den Dieb"

Neid ...??? der Winner der Krise ist garantiert "Goldman Sachs" [krank [krank

Ein amerikanischer Ökonom; auch Millionär oder Milliardär – wie er zu seinem
Vermögen kam, weiss ich nicht – er äussert sich mit Datum „Dezember 2006“
wie folgt:

„Die zynische Korrelation zwischen angekündigten Entlassungen und steigenden Aktienkursen des betreffenden Konzerns stellt nur eine "Momentaufnahme" dieses Systems dar. Auch das vieldiskutierte "Heuschrecken"-Phänomen ist als Ausschnitt einer solchen Kollapsfunktion zu begreifen: die "Ausschlachtung" eines produktiven Unternehmens, indem aus der Zerschlagung der physischen Produktion noch eine Zeitlang finanzieller Gewinn gezogen wird. Es ist klar, daß ein auf solche Praktiken gegründetes System unweigerlich gegen die "Wand" fahren muß, welche durch die asymptotischen Kurven angedeutet ist.

In mehreren Studien wurde die spekulative Entartung des Finanzsystems anhand bestimmter Aktienindices, der Zunahme von Hedgefonds bzw. dem Volumen der von ihnen gehandelten Finanzderivate im Laufe der letzten Jahrzehnte dargestellt. Ein horrendes Bild für den Verfall der Realwirtschaft im gleichen Zeitraum bietet die an der horizontalen Achse nach unten gespiegelte Kurve der Arbeitslosigkeit. Ein präziseres Maß für den Verfall der physischen Produktion liefert die Abnahme der Beschäftigten in der Industrie.

Die These vom Kollapsfunktion birgt noch weitere Konzepte, wie etwa den Zusammenhang zwischen Inflation im Finanzsektor z.B. bei den Preisen von Wertpapieren, Immobilien oder sonstigen Spekulationsobjekten und dem Versuch, einer allgemeinen Preisinflation durch eine deflationäre Ausgabenpolitik in der Realwirtschaft entgegenzuwirken. Je hemmungsloser durch billiges Zentralbankgeld immer neue Spekulationsblasen aufgepumpt wurden, desto brutaler forderten dieselben Zentralbankiers, der Weltwährungsfonds (IWF) und das Heer neoliberaler Ideologen Kürzungen der Staatshaushalte, Löhne und Sozialleistungen.

Die deflationäre Sparpolitik läßt sich z.B. am Rückgang der öffentlichen Infrastrukturinvestitionen ablesen, der sich in Deutschland bereits zu einem Nachholbedarf von rund 1 000 Mrd. Euro akkumuliert hat.

Eine Untersuchung der Reallohnentwicklung aufgrund des Globalisierungsdrucks würde zweifellos ebenfalls eine Abwärtskurve ergeben - in eindrucksvollem Kontrast zur Inflation bei Managergehältern, Abfindungen und dergleichen.

Die systembedingte Massenarbeitslosigkeit hat wiederum Rückwirkungen auf die Kollapsfunktion. Da Arbeitslose weder Steuern noch Sozialbeiträge zahlen, führt dies zu einem wachsenden Defizit bei der Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung und im Staatshaushalt. Das hat immer empfindlichere Kürzungen bei der medizinischen Versorgung und den Sozialleistungen zur Folge. Der Lebensstandard, als realwirtschaftliche Größe, sinkt. Und die Steuerausfälle führen trotz Sparpolitik zu einer ausufernden Staatsverschuldung, die wiederum im oberen Teil der Kollapsfunktion zu verzeichnen ist.“

[gruebel [gruebel [gruebel [gruebel
- Editiert von forummano am 06.12.2008, 11:25 -
Mark Twain sagte einmal:
"Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht."
Finanzkrise und kein Ende 06.12.2008, 17:42Blasius
Zitat:
Original von Evy
Dalai Lama --- global Player --- EU --USA --China

an Kleck

wieso ist der Dalai Lama (aus Deiner Perspektive) eine von der USA instrumentalisierte
Figur ?
Gruss Evy


Lieber Herbert 1,

entschuldige, wenn ich hier auf deine Frage an Kleck einsteige;
diskutieren ist immer gut, wenn man die richtige Basis zugrundelegt -

so wäre zum einen mal der religiösen Hintergrund zu durchleuchten:

Religiöse Scheinheiligkeit des Dalai Lama im Streben um Macht und Einfluss


Die Western Shugden Society beschuldigt den Dalai Lama öffentlich als Lügner, aus einer Anzahl gültiger Gründe heraus. Unten führen wir einige seiner übleren Lügen auf:

Im Jahr 1997 sendeten das deutsche und das Schweizer Fernsehen kritische Beiträge über einen internen religiösen Streit bei den tibetischen Lama-Anhängern (Shugden-Affäre). Die Kernaussage lautet: Der Dalai Lama ist weder ein Heiliger noch ein ehrlicher Vorkämpfer für Menschenrechte und für das Miteinander der Religionen. Vielmehr ist er der Anführer einer von ihren Lehren her auf Welteroberung ausgerichteten Clique. Das vom Dalai Lama bevorzugte Ritual des Kalachakra Tantra beinhaltet "eine bewußte Manipulation der Gläubigen, ein krasses Feindbilddenken, einen aggressiven Kriegerethos und eine apokalyptische Endzeitlösung eintreten soll. Nach Vernichtung aller Andersgläubigen soll im Anschluß an diese Apokalypse eine globale Buddhokratie eingeführt werden. Diese als Shambhala Mythos bekannte Vision, die durch rituelle, magisch-symbolische und meditative Praktiken von den Gläubigen begeleitet wird, stehe in krassem Widerspruch zu der vom Dalai Lama proklamierten Humanität und zum interreligiösen Dialog.
http://www.westernshugdensociety.org/de/protesting/dalai-lama-hoer-auf-zu-luegen

part 2:
Mark Twain sagte einmal:
"Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht."
Finanzkrise und kein Ende 06.12.2008, 17:48Blasius
part 2:

Was man über die politische Situation Tibets wissen sollte:

Mafia, Geheimdienste und Politik der USA

Tibet war seit dem 10 Jahrhundert immer wieder ein Kriegsschauplatz. Zuerst durch die Mongolei, dann China, England mit seinen Briten und zuletzt wieder China. Ein wichtiges Datum ist der 23.Mai 1951. An diesem Tag wurde das „17 Punkte Abkommen“ (mit Mao Zedong) unterzeichnet und erhielt auch die Zustimmung im Herbst des Jahres durch den Dalai Lama. Inhalt dieses Abkommens war grob gesagt die Zusicherung innenpolitischer Autonomie und Religionsfreiheit. Tibet wurde also als Staat und Teil Chinas angesehen und anerkannt. Eindeutige Vorteile der Tibeter waren hier der Wegfall der Schuldenunterjochung, Leibeigenschaft und Sklaverei.
Das tibetische Leben wurde also durch die Chinesen und dem Abkommen menschenwürdiger. Im Jahr 1959 breitete sich wieder Krieg aus (Tibet Aufstand) , es brodelte aber seit langem überall, da China begann, Nomaden in Tibet sesshaft werden zu lassen. Das passte den Tibetern überhaupt nicht. Jedenfalls wollte nun Tibet , hingegen dem 17 Punkte Abkommen, deren Zustimmung Tibet und der Dalai Lama gaben, eine komplette Unabhängigkeit von China. Und genau das ist, was der Dalei Lama wirklich will. Seine beiden Brüder rekrutierten in den 50er Jahren (gesponsort vom US-Geheimdienst – geldlich und personell) Tibeter und stellten eine Untergrundarmee auf, die Chusi Gangdruk. Sie lebten nach dem Motto „Chinesen erschießen und weglaufen“. Gefördert wurden sie jährlich mit 1,7 mio. US Dollar (Uncle Sam sponsorte damals gerne gegen China). Der Dalai Lama bekam 186000,- USD jährlich zur freien Verfügung. Im Jahr 1990 mußte er dies sogar öffentlich zugeben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er es offiziell immer wieder abgestritten. Er belog also die Welt in seiner Friedensmission.
http://www.us-politik.ch/teil1.htm bis http://www.us-politik.ch/teil15.htm

Tibet und eine Erinnerung an den am 10. März 1959 von der CIA angezettelten "Aufstand"
Published Apr 8, 2008 8:16 PM

Von Gary Wilson WORKERS WORLD, 19.03.08,

2/5 Page 3 Der Aufstand von 1959 Mehr Wissen über den "Aufstand" von 1959 könnte helfen, die heutigen Ereignisse in Tibet besser zu verstehen.

2002 wurde von der University Press of Kansas ein Buch mit dem Titel "The CIA's Secret War in Tibet" (Der geheime Krieg der CIA in Tibet) veröffentlicht. Die beiden Autoren – Kenneth Conboy von der Heritage Foundation und James Morrison, ein Veteran der Army und ehemaliger CIA-Ausbilder – berichten stolz und in allen Einzelheiten darüber, wie die CIA die so genannte Widerstandsbewegung aufgebaut und angeleitet hat. Der Dalai Lama selbst stand auf der Lohnliste der CIA und billigte die Vorbereitungen der CIA für einen bewaffneten Aufstand.

Die CIA machte 1959 Gyalon Thodup, den Bruder des Dalai Lama, zum Anführer des blutigen bewaffneten Angriffs. Eine Armee von "Contras" wurde in Colorado ausgebildet und dann mit Flugzeugen der US-Air Force in Tibet abgesetzt.

Der Überfall von 1959 war ein von der CIA geplanter und organisierter Umsturzversuch
http://www.workers.org/2008/world/tibet_de0403/


part III:
Mark Twain sagte einmal:
"Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht."
Finanzkrise und kein Ende 06.12.2008, 17:56Blasius
part III:

14. März 2008 in der tibetischen Hauptstadt Lhasa - Augenzeugenberichte (mit Namensangabe!)

Chinas Konkurrenten spielen das Thema Tibet hoch

Dalai-Lama-Freunde setzen Peking im Vorfeld der Olympiade unter Druck

Wie nicht anders zu erwarten war, nutzen anti-kommunistische Kräfte die Gelegenheit der bevorstehenden Olympischen Sommerspiele in Peking, um die Regierung der Volksrepublik China international an den Pranger zu stellen. Den Anlaß dazu liefern die vor kurzem ausgebrochenen Unruhen in Tibet und den angrenzenden Provinzen. Für das Aufflammen der Gewalt sind die Anhänger des Dalai Lama verantwortlich, die eine Unabhängigkeit Tibets fordern und durch ihr rabiates Verhalten die friedfertige Botschaft ihres geistigen Anführers Lügen strafen. Ungeachtet der blutigen Gewalttätigkeit der tibetischen Extremisten werden die Bemühungen der chinesischen Sicherheitskräfte, die gesellschaftliche Ordnung auf dem Dach der Welt wiederherzustellen, von den Politikern aller Couleur im Westen als angebliche Angriffe auf die Menschenrechte hochgespielt. Ob nun Frankreichs Präsident Nicholas Sarkozy, US-Außenministerin Condoleezza Rice oder Kerstin Müller, außenpolitische Sprecherin der Fraktion der Grünen im deutschen Bundestag und ehemalige Staatssekretärin unter Joschka Fischer, von allen wird von der Führung in Peking verlangt, daß sie Gespräche mit dem Dalai Lama aufnimmt, während man ansonsten verdeckt oder offen mit einem Olympia-Boykott droht.

Nach mehrtägigen friedlichen Protesten infolge derer mehrere Dutzend buddhistische Mönche verhaftet worden waren, entlud sich am 14. März in der tibetischen Hauptstadt Lhasa die Gewalt. Auch wenn die Unterstützer des Dalai Lama im Westen es nicht wahrhaben wollen, kann man das, was an diesem Tag passiert ist, schwerlich als etwas anderes als ein rassistisch-religiös motiviertes Pogrom seitens der Tibeter bezeichnen. In einem Artikel, der am 19. März unter der Überschrift "Chinese beaten mercilessly - tourists" in der australischen Tageszeitung Herald Sun erschienen ist, berichtete Sam Taylor aus Katmandu unter Bezugnahme auf Touristen, welche die mörderischen Gewaltexzesse miterlebt haben, von "randalierenden tibetischen Jugendlichen", die in Lhasa "chinesische Leute geschlagen und mit Steinen beworfen" sowie "Läden in Brand gesetzt" hatten. In dem Artikel wurde der 19jährige kanadische Tourist John Kenwood, der am 18. März mit den Flugzeug von Lhasa in die nepalesische Hauptstadt geflogen war, mit den Worten zitiert: "Es war eine Explosion des Zorns seitens der Tibeter gegenüber den Chinesen und den Muslimen." Taylor gab die Erlebnisse von Kenwood und anderen westlichen Touristen wie folgt wieder:

Sie beschrieben Szenen, in denen Horden ethnische Han-Chinesen, denen die Tibeter vorwerfen, durch ihren Einzug in die Region die einzigartige Kultur und Lebensweise dort verändert zu haben, unablässig schlugen und traten. Herr Kenwood sagte, er habe gesehen, wie vier oder fünf tibetische Männer einen chinesischen Motorradfahrer "erbarmungslos" traten und mit Steinen bewarfen. "Schließlich haben sie ihn zu Boden gebracht. Sie haben ihn mit Steinen auf den Kopf geschlagen, bis er das Bewußtsein verlor. Ich glaube, daß dieser Mann getötet wurde", erklärte Herr Kenwood, der zugleich hinzufügte, daß er darüber nicht sicher sein könne. Er sagte, er habe keine toten Tibeter gesehen.

(...)

"Die jungen Leute nahmen Teil daran, und die alten Menschen haben es durch Schreie unterstützt. Sie heulten wie die Wölfe. Jeder, der chinesisch aussah, wurde angegriffen," erklärte der 25jährige Schweizer Tourist Claude Balsiger. "Sie haben einen alten chinesischen Fahradfahrer angegriffen. Sie trafen seinen Kopf mit Steinen richtig hart, aber einige alte Tibeter gingen in die Menge, um sie zum Einhalten zu bewegen." Herr Kenwood berichtete von einer anderen mutigen Rettungsaktion, als ein Chinese steinewerfende Tibeter um Gnade anflehte. "Sie traten ihm in die Rippen, und er blutete im Gesicht. Doch dann kam ein weißer Mann vorbei und hat ihm vom Boden aufgeholfen. Es gab eine Menge Tibeter mit Steinen. Er zog den Chinesen nahe an sich heran, gestikulierte mit der Hand Richtung Menge, worauf sie ihn den Mann in Sicherheit bringen ließen", sagte er.

Zur genauen Anzahl der Todesopfer an diesem Tag gibt es unterschiedliche Angaben. Die chinesischen Behörden sprechen von 19 Todesfällen, für die die Protestierenden verantwortlich wären, die tibetische Exilregierung dagegen von 99, die durch die Hand der Sicherheitskräfte ums Leben gekommen wären. Fest steht, daß die randalierenden Tibeter Hunderte von chinesischen Läden in Lhasa in Brand gesetzt und zerstört haben. In einem bemerkenswerten Interview, das am 19. März auf der Website des US-Nachrichtensenders CNN erschienen ist, berichtete James Miles, Korrespondent des angesehenen britischen Wirtschaftsmagazins Economist, von seinen Erlebnissen an diesem Tag in Lhasa. Miles Schilderung, welche die offizielle Version der chinesischen Regierung weitestgehend stützt, lautete unter anderem wie folgt:

Was ich gesehen habe, war kalkulierte, gezielte Gewalt gegen eine ethnische Gruppe, vielleicht sollte ich sagen, gegen zwei ethnische Gruppen, in erster Linie gegen die in Lhasa lebenden, ethnischen Han-Chinesen, aber auch gegen Mitglieder der muslimischen Hui-Minderheit in Lhasa. Die Huis in Lhasa kontrollieren einen Großteil des Fleischhandels in der Stadt. Die ethnischen Tibeter haben sich diese beiden Gruppen vorgenommen. Sie markierten die Geschäfte, von denen sie wußten, daß sie sich in tibetischem Besitz befinden, mit traditionellen weißen Schals. Jene Geschäfte blieben unberührt. Fast jedes andere Geschäft in weiten Teilen der Stadt, nicht nur in der tibetischen Altstadt, sondern auch in Gegenden, die von den ethnischen Han-Chinesen beherrscht werden, wurde entweder in Brand gesetzt, geplündert oder zerstört. Man brach dort ein, zog die darin befindlichen Besitztümer auf die Straße, machte daraus einen Haufen und zündete ihn an. Es handelte sich um einen außergewöhnlichen Ausbruch ethnischer Gewalt, den zu beobachten sehr unangenehm war...

Nicht nur die Vorgehensweise, sondern auch der Zeitpunkt der Unruhen war von den Tibetern offenbar wohl überlegt gewesen. Die Proteste fanden während des Volkskongresses in Peking statt, an dem Zhang Qingli, Chef der kommunistischen Partei in Tibet, teilnahm. Möglicherweise wegen der Abwesenheit Zhangs reagierten die Sicherheitskräfte auf die eskalierende Situation zunächst sehr zögerlich. Darüber hinaus sollte mit den Protesten, die am 10. März ihren Anfang nahmen, an den gescheiterten Aufstand der Tibeter gegen die Volksrepublik, der im Frühjahr 1959 mit dem Gang des Dalai Lama ins nordindische Exil offiziell zu Ende ging, erinnert werden. Wenn in der allgemeinen Berichterstattung auf diesen Aufstand verwiesen wird, erwähnt man in den seltensten Fällen, daß damals die CIA ihre Finger im Spiel hatte. Sie unterstützte den Dalai Lama und seine Brüder Thubtan Norbu und Gyalo Thondup sowie ihre Anhänger mit Geld, Waffen, militärischer Ausbildung und logistischer Hilfe in einem nicht geringen Umfang. Nach dem Scheitern des Aufstands haben die CIA und nach ihr die National Endowment for Democracy (NED) in Washington den Hofstaat des Dalai Lama im indischen Dharamsala finanziert und ihren buddhistischen Protégé zur religiös-"demokratischen" Lichtgestalt aufgebaut.

In einem Artikel, der am 24. März in der US-Zeitschrift Workers World unter der Überschrift "Tibet and the March 10 commemoration of the CIA's 1959 'uprising'" erschienen ist, berichtete Gary Wilson von starken Hinweisen darauf, daß die jüngsten Unruhen in Tibet Teil einer Destabilisierungsstrategie der neokonservativen Fraktion in Washington sind, mittels derer die Regierung der Volksrepublik im Olympia-Jahr geschwächt werden soll. Dazu gehört die Rolle John Ackerlys, der dieser Tage als Präsident der International Campaign for Tibet in den Medien häufig zitiert wird und der während des Kalten Krieges im Dienste der USA osteuropäische "Dissidenten" unterstützte. Laut Wilson gehören Ackerly und die International Campaign for Tibet neben dem Ex-Präsidenten George Bush sen. und dem Ex-Pentagon-Chef William Cohen zum Kundenstamm des in Washington ansässigen, privaten Sicherheitsunternehmens Harbor Lane Associates. Vor dem Hintergrund, daß am 25. Januar eine bis dahin nicht gekannte, erst 21 Tage zuvor gegründete, sogenannte "Tibetan People's Uprising Movement" zu einem Volksaufstand aufgerufen hat, der am 10. März beginnen sollte, macht Wilson auf den interessanten Zufall aufmerksam, daß zum Zeitpunkt des Aufrufs der Exiltibeter der US-Botschafter in Indien, David Mulford, dem Dalai Lama in Dharamsala seine Aufwartung machte. Bereits im November hatte Paula Dobriansky, Staatssekretärin im US-Außenministerium und eine der prominentesten Vertreterinnen der neokonservativen Fraktion in der Regierung George W. Bushs dem Dalai Lama einen ähnlichen Besuch abgestattet.

Als Vielvölkerstaat muß China befürchten, daß die westlichen Großmächte versuchen, die wirtschaftlich aufstrebende Volksrepublik durch ethnische Spannungen an ihrer Peripherie zu schwächen. In den strategischen Überlegungen der USA gilt China seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion als einzige Macht, welche den weltweiten Führungsanspruch Washingtons in Frage stellen könnte. Offenbar werden der Dalai Lama und sein Volk als Hebel benutzt, um Peking die Hoheit über das strategisch wichtige und ressourcenreiche Tibet streitig zu machen. Wer glaubt, es gehe Washington oder dessen Verbündeten in Berlin, London, Paris, Tokio oder Neu-Delhi bei der ganzen Tibet-Olympiade-Boykott-Diskussion um Menschenrechte oder das Wohl der einfachen Menschen in der Volksrepublik oder darum, daß der Dalai Lama und die Führung in Peking sich endlich lieb haben, wird selig. Von 2002 bis 2006 haben die Volkschinesen Gespräche mit Vertretern der tibetischen Exil-Regierung geführt, ohne daß man dabei zu brauchbaren Ergebnissen kam. Schließlich war es der Dalai Lama, der bereits vor Jahren die Einladung Deng Xiaopings nach Peking ausschlug, selbst, der die Verhandlungen abbrach.
27. März 2008
http://www.schattenblick.de/infopool/politik/redakt/asie-509.html

Teil IV:
Mark Twain sagte einmal:
"Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht."
Finanzkrise und kein Ende 06.12.2008, 18:22Blasius
Teil IV:

Empörung über falsche Bilder von Polizeieinsatz gegen Demonstranten

Westliche Medien verwendeten Fotos aus Nepal und Indien, um Unruhen zu illustrieren –
China reicht Bilder der Ausschreitungen nach
21. März 2008
Als am Freitag der Vorwoche erste Berichte über die Unruhen in Lhasa erschienen, waren die internationalen Medien vorerst auf exiltibetische Quellen angewiesen. Die chinesischen Agenturen erwähnten die Proteste mit keinem Wort, Journalisten erhalten praktisch nie die zur Einreise nach Tibet erforderliche Sondergenehmigung, und in der kalten Jahreszeit bereisen nicht viele Touristen die chinesische Provinz.

Noch schwerer als zuverlässige Zeugenaussagen waren aktuelle Bilder der Ausschreitungen zu finden: einzig die exiltibetische Webseite Centre for Human Rights and Democracy veröffentlichte mit einem Mobiltelefon aufgenommene Bilder, die eine Demonstration in der nordtibetischen Stadt Sangchu zeigten. Diese Aufnahmen waren die ersten Fotos aus Tibet selbst, eines davon erschien auch im derStandard.at-Bericht über die Proteste.

Weltweite Proteste zum Jahrestag des Einmarsches

In mehreren Ländern, so auch in Chinas Nachbarstaaten Nepal und Indien, kam es ebenfalls am 14. März bei Protesten anlässlich des 49. Jahrestages des chinesischen Einmarsches zu Polizeiübergriffen, die von den zahlreich anwesenden Pressefotografen ausführlich dokumentiert wurden. Viele Medien bedienten sich, ohne die Herkunft der Bilder zu berücksichtigen, dieser Aufnahmen, um die Berichte über den Aufstand in Lhasa zu illustrieren.

Allerdings unterscheiden sich die blauen Camouflage-Uniformen der nepalesischen Sicherheitskräfte und die Khaki-Hemden der indischen Polizei beträchtlich von den unifarbenen Jacken ihrer chinesischen Kollegen. Aufmerksamen Beobachtern fiel dies schnell auf: mittlerweile finden sich der auf der Videoplattform Youtube mehrere Zusammenschnitte über die "Lügen der westlichen Medien" .

China reicht Bilder nach

Am Samstag, als die Wochenendausgaben der Zeitungen längst gedruckt waren, zeigte der Pekinger Fernsehsender CCTV Aufzeichnungen der antichinesischen Ausschreitungen: statt rotgekleideter Mönche und bunten Tibet-Fahnen war darauf eine wütende Menge zu sehen, die Geschäfte stürmt, Autos anzündet und Steine wirft. Britische und US-Medien veröffentlichten erste Augenzeugenberichte.

Am Dienstag beschloss Peking dann offenbar eine drastische Änderung der Informationspolitik: die offizielle chinesische Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichte mehrere Bilder ausgebrannter Geschäfte in Lhasa. Am Mittwoch folgte ein einzelnes Bild, auf dem ein Tibeter einen Han-Chinesen mit einem Schuh schlägt, und seit Freitagmorgen bietet auch die Nachrichtenagentur Reuters mehrere (von ungenannten Fotografen, sogenannten "Stringers", zugekaufte) Fotos der mittlerweile eine Woche zurückliegenden antichinesischen Ausschreitungen an. (bed/derStandard.at, 21.3.2008)
http://derstandard.at/?url=/?id=3274289%26sap=2%26_pid=11266304


Westliche Medien geben Fehler in der Berichterstattung zu

03. April 2008
Berlin/Köln/Peking - Nach Kritik aus China haben mehrere deutsche Medien Fehler bei der Berichterstattung über die Unruhen in Tibet eingeräumt. Die privaten Fernsehsender n-tv und RTL bedauerten am Montag, Bilder in einen falschen Zusammenhang gestellt zu haben. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua (Neues China) hatte am Sonntag mehreren westlichen Fernsehsendern, Zeitungen und deren Online-Angeboten vorgeworfen, Tatsachen verfälscht zu haben. So seien Videosequenzen Tibet zugeordnet worden, die tatsächlich gewaltsame Auseinandersetzungen im benachbarten Nepal gezeigt hätten.
http://derstandard.at/?url=/?id=3274289%26sap=2%26_pid=11266304

hier die Videoaufnahmen (ungeschnitten)
http://de.youtube.com/watch?v=uSQnK5FcKas
Mark Twain sagte einmal:
"Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht."
Finanzkrise und kein Ende 06.12.2008, 20:14kleck
Guten Abend Evy!
Entschuldige, wenn ich auf Deinen Beitrag, in dem Du mich persönlich ansprachst, nicht reagiert habe. Familiäre Pflichten hielten mich bislang ab - wir waren unterwegs.
Zwischenzeitlich hat Herbert das Thema aufgegriffen und doch erschöpfend behandelt.
Sicher ließe sich noch vieles über den „Wolf im Schafspelz“ – die USA nachtragen.
Aber im Zusammenhang mit China – Tibet – Dalai Lama – ist wohl das wesentlichste gesagt.

MfG

Karl TD
Finanzkrise und kein Ende 06.12.2008, 20:34kleck
Zitat:
Sollte ich mich täuschen oder war nicht gerade er auch einer der grössten Spekulanten???


Ich denke Du hast recht. Und welche Rolle er noch so spielte und spielt, um sein eigenens „Schäfchen“ ins Trockene zu bringen, kannst Du auch dem folgenden Artikel entnehmen:

Mission Desinformation
Die Menschenrechts - Organisation »Reporter ohne Grenzen« sorgt sich um die Pressefreiheit in Venezuela und Kuba. Aus den USA wird sie finanziell versorgt.
Von Elke Groß und Ekkehard Sieker
...

Zu den finanziellen Gönnern von RoG gehört auch der aus Ungarn stammende US-Multimilliardär George Soros. Gern finanziert er Nichtregierungsorganisationen (NGO), damit sie ihm bei seinen politischen Aktivitäten nützlich sind, gerade auch in Osteuropa. Kaum jemand weiß, daß Soros eine wichtige Rolle bei den politischen Prozessen in Osteuropa gespielt hat, die 1989/91 zum Zusammenbruch des Sozialismus führten. Bereits seit 1979 unterstützte der gebürtige Ungar etwa osteuropäische Dissidenten mit drei Millionen US-Dollar pro Jahr, darunter die Gewerkschaft Solidarnosc in Polen, die Bürgerrechtsbewegung Charta 77 in der Tschechoslowakei und den Dissidenten Andrej Sacharow in der Sowjetunion. Die Soros-Foundation und sein Open-Society-Institute üben deshalb bis heute in den postsozialistischen Ländern einen erheblichen politischen Einfluß aus.

Soros' Ziel: Verkleidet als Menschenrechtler und Philanthrop unterstützt er prowestlich gesinnte Bürgerrechtsbewegungen und Politiker dabei, in ihren jeweiligen Ländern neoliberal eingestellte Regierungen zu installieren, um anschließend in diesen Ländern unter wirtschaftlich optimierten Bedingungen seine eigenen Geschäfte um so effektiver betreiben zu können. Von der internationalen Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt engagierte sich Soros in den 90er Jahren ebenso für die Destabilisierung der jugoslawischen Regierung, wie für die Unterstützung der gegen Serbien gerichteten politischen Interessen im Kosovo, um auch dort anschließend seine Geschäftsinteressen ungehindert verfolgen zu können. Als »ungekrönten König von Osteuropa« bezeichnet ihn daher der Journalist Neil Clark im britischen Wochenmagazin New Statesman.
.....

http://www.hintergrund.de/content/view/65/137/
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