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Zeitungsartikel 30.10.2007, 12:26Peter2
Noch was zum Nachdenken:

Plädoyer für Europa
Gastbeitrag von Jean-Claude Juncker, Premierminister Luxemburgs

Es gibt genügend Politiker in Europa, die Europa schlecht reden, deshalb müssen Sie es mir erlauben (…), ausnahmsweise gut über die Europäische Union und ihr Wirken zu reden, weil wir alle stolz sein können, auf das was wir in 50 Jahren europäischer Integration Einzelleistungen und an gemeinsamen Leistungen zustande gebracht haben.

Die wichtigsten Dinge im Leben vergisst man immer zuerst. Dass wir es in Europa, auf diesem geschundenen und so oft gefolterten Kontinent, geschafft haben, für Frieden und Stabilität zu sorgen, ist keine kleine Leistung. Wenn man daran denkt, was europäische Geschichte war, wenn man daran denkt, mit wie viel Blut europäischer Boden getränkt wurde, wenn man daran denkt, wie scharf, schroff und entsetzlich divergierend die Gegensätzen in Europa waren und die europäische Staaten sich in diesen Gegensätzen gegeneinander bewegt haben, dann bleibt das was geschaffen wurde, eine Leistung hoher kollektiver Staatskunst.

Viele andere - Nichteuropäer – bewundern Europa, wegen seiner Fähigkeit genau dies bewirkt zu haben. Und viele jüngere Menschen haben völlig vergessen, wie das denn alles hätte werden können, wenn es nicht so gemacht worden wäre, wie es gemacht wurde.

Die Männer und Frauen, die bei Kriegsende 1945-46, viele auch noch wesentlich später, aus den Konzentrationslagern und von den Frontabschnitten in ihre zerstörten Dörfer und Städtezurückkehrten, hätten alle Gründe der Welt gehabt, die Arme hängen zu lassen, den Kopf hängen zu lassen, die Hände in den Schoß zu legen, und sich an keinerlei Aufbauwerk mehr zu beteiligen.

Dass diese Männer und Frauen in sich selbst die Kraft verspürten und sie dann auch freilegten, aus diesem ewigen Nachkriegssatz „Nie wieder Krieg“ zum allen ersten Mal ein politisches Programm zu machen, das die Dinge beieinander gebracht hat und die Menschen sich nicht von einander hat weg bewegen lassen, dies bleibt eine kolossale Lebensleistung der Generation unserer Eltern.

Wir sind eigentlich nur sehr unwürdige Erben dessen, was die Generation unseren Eltern aufgebaut hat in Europa. Wenn man sich von Augen hält, dass die alten Feindschaften, das alte Gegeneinander sich ins 21. Jahrhundert hinein weiter entwickelt hätten, dann kann man erst ermessen, wie hoch diese Lebensleistung der Vorgängergeneration einzuschätzen ist.

Es ist ja so: Je weiter man sich von Europa entfernt, umso schöner ist Europa. Wenn ich reise,nach Asien, nach Afrika und ich schaue mir Europa aus der Ferne an, dann ist dies ein hellleuchtender Stern. Und wenn man mit den Menschen vor Ort redet und die großen Augen der kleinen Kinder sieht, die hoffnungsvoll nach Europa blicken, die so viel von uns erwarten, dann erst merkt man, was Europa ist.

Kommt man wieder nach Europa zurück, am Frankfurter Flughafen, oder in Paris, oder in Luxemburg, dann wird man sofort wieder erfasst von der europäischen Griesgrämigkeit und von dem „es geht nicht mehr“ und dem „es kann nicht mehr so weiter gehen“ und man wünschte sich, man könnte sofort wieder einsteigen und dorthin zurückfliegen, wo man noch weiß, was Europa ist.

Das hat damit zu tun dass wir aufgehört haben, stolz auf europäischen Leistungen zu sein. Dass wir nicht mehr stolz auf dieses gewaltige europäische Friedenswerk sind, ist schlimm. Dass wir aber auch über einige Leistungen unserer Generation nie richtig stolz wurden und uns an ihnen nicht freuen können ist doch eigentlich beschämend.

Quelle ist: Trader`s Daily von heute
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- Editiert von Markus J. Marschner am 30.10.2007, 13:43 -
- Editiert von Markus J. Marschner am 30.10.2007, 14:48 -
Zeitungsartikel 30.10.2007, 13:22Dr. Hubertus
Oh ja,der Mann spricht mir aus dem Herz.Man weiß das Gute meist nicht zu schátzen.
Ich bin Europáer...........aber gschmeidig [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [einfachgut
- Editiert von Hajrá am 30.10.2007, 14:54 -
Zeitungsartikel 30.10.2007, 13:47Markus J. Marschner
[klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch [klatsch Goße Worte
Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen, und trotzdem zu uns halten.

Marie von Ebner-Eschenbach

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