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Vom Auswandern und Einwandern 14.01.2015, 18:24anton
Die Auswanderer

Deutsche wissen immer Alles besser, können wir die Meinung von Zweiten möglicherweise schlucken, aber die von Dritten sicher nicht akzeptieren - und brüllen Ihre Einfältigkeit als ultimative Wahrheit in die weite Welt hinaus.

Gleichzeitig fühlen sie sich warum auch immer angegriffen, obwohl keiner sie gar keiner angreift.



Die Neueinwanderer

1. Ein Neueinwanderer fühlt sich anfangs unsicher, einsam, hat keine Freunde, keine Vertrauten.
2. Kann die Landessprache nicht, kennt Mentalität, Gepflogenheiten und die Tabuzonen nicht.
3. Er muss gleichzeitig auch viele wichtige Dinge erledigen.
4. Wohnsitz wählen, Schule auswählen, Immobilie mieten oder kaufen.
5. Auto kaufen. Telefon, Internet, uvm.
6. Er hat endlos viele Fragen, wie ein kleines Kind.
7. Die meisten Auswanderer haben nicht viel Geld, als wäre das Thema Geld vollkommen unwichtig.
8. Werden als Auswanderungsländer meist die Länder bevorzugt, in denen man sich nicht nur geringere Heizkosten und besseres Wetter, sondern auch bessere Kaufkraft erhofft.
9. Tolle Sache: So werden jetzt quasi über Nacht aus Armen Schlucker, "neureiche Besserwisser".
10. Sie misstrauen den "bösen Einheimischen", die einem so ungarisch vorkommen; möglicherweise auch den "bösen Einwanderungshelfern" und stürzen sich in ihrer Not auf jeden, der Deutsch spricht (oder besser ist), in dem Land lebt und ihnen Kontakt gestattet, Himmel hilf.


Der Fortgeschrittene

Jetzt wechseln wir mal den Blickwinkel ein wenig und sehen uns einen an, der schon ein wenig im Land lebt und sich noch sehr gut an seine Zeit als Anfänger erinnert, selbst noch nicht genug gute Freunde hat, der daher selbstlos und ohne jede Notwendigkeit Neuanfängern hilft:

1. Immer wieder dieselben Fragen. Immer wieder dieselben Antworten.
2. Immer wieder dieselben Gegenfragen.
3. Immer wieder dieselben daraus resultierenden Diskussionen, die sich alle gleichen, wie ein Ei dem anderen.
4. Man kommt sich wie der King vor, weil man den Ahnungslosen so wahnsinnig viel erzählen kann, sie einem auch so geduldig zuhören, spricht selbst noch kaum ein Wort in der Landessprache (Ausser: "Jó napot kívánok, Köszönöm szépen oder Viszlát")
5. Hat seltsamerweise irgendwie das dumpfe Gefühl, dass die "neuen Freunde" einen nur zur Informationsgewinnung (ge/mis)brauchen.


Endlich ein bisschen sesshaft

Jetzt sind wir endlich einen Schritt weiter:

1. Man kann "die Blutegel von "den Besseren ein wenig besser differenzieren.
2. Man hat erste Freunde gefunden und verbringt seine Zeit mit diesen.
3. Alt Eingesessene, seien es nun Deutsche, andere Einwanderer oder Einheimische
a.) das spielt zunehmend keine Rolle mehr
b.) die sind wesentlich interessantere Gesprächspartner, als die Neuankömmlinge,
c.) die Eingesessenen helfen einem im Gegensatz zu den frischen Einwanderern weiter.
4. Man hat jetzt keine Zeit mehr für Anfänger, außer für: !!!!! Nun raten WIR mal !!!!!


Langfristige Einnahmen

Der nächste Schritt:

1. Möglicherweise ist man ein Rentner oder vermögend, diese Gruppe betrachten wir jetzt nicht weiter.
2. Wir betrachten diejenigen, die sich ihr Geld mit Arbeit besorgen müssen.
3. Sie leben in einem Land mit niedrigen Lohnkosten und die Masse der Einheimischen hat absolut kein Geld für Luxus.
4. Kommt jetzt die Erkenntnis: "Wie Scheiße du wirst hier quasi langsam noch ärmer".
5. Kommt die Blitzidee mit dem Campingplatz, dem Hotel, dem Internetcafe, dem Webblog, dem deutschen Restaurant, dem deutschen Brot, der deutschen Wurst.
6. Das funktioniert möglicherweise auf Mallorca, aber normalerweise nicht in Ungarn.
7. Au weia, was nun?
8. Nach längerem Nachdenken: Hast du noch eine viel tollere Idee!!!!!!!!!!!!!!!!!!
9. Du kannst ja Immobilienmakler oder Einwanderungshelfer werden, mit tollen Namen wie z. B. Fa. Traumland Ungarn Kft.
10. Eine wirklich Super Idee: Sie arbeiten mit deutscher oder zumindest englischsprachiger Kundschaft, denen das Geld manchmal recht locker sitzt.
11. Leider wirst du aber relativ schnell feststellen, dass das auch nichts bringt.
12. Die Einwanderungshelfer, die dir viele Jahre voraus haben, die leben auch gerade nicht wie die Maden im Speck.
13. Du willst dir als relativer Frischling auch davon noch ein Stück abschneiden?
14. Du willst mit einheimischen Immobilienmaklern konkurrieren?
15. Sind deine Kenntnisse bei der Mentalität und den Gepflogenheiten ausreichend?
16. Ist bei dir das (zwingend notwendige) Vitamin B vorhanden?
17. Ach ja: Was machen übrigens deine Sprachkenntnisse in Ungarisch?
18. Am schlimmsten sind die überall anzutreffenden Geldvermehrer, die einen garantiert tollen Tipp der Geldanlage haben, von 5% - 100% Zinsen ist da die Rede, denn die nutzen bei knappen Kassen einfach den Spruch aus, "Gier macht blöd".
19. Wenn man im Ausland deutsche Unternehmer oder Geschäftsleute trifft, haben die es alle geschafft, verdienen immens viel Geld. Nur fragt man sich dann, wie soll das in den meist leeren Geschäften überhaupt gehen, denn einheimische Geschäfte sind proppenvoll und kämpfen trotzdem Tag um Tag ums überleben.
20. Jetzt toppen wir das ganze noch einmal, indem wir eine ganz andere Art der Betrachtung wählen:


Wir Auswanderer sind doch Alle nicht normal


1. Normal sind die, die sich aus Deutschland nicht wegtrauen,
2. weil die den Mut dazu gar nicht haben oder sozial integriert sind.
3. Wir, die wir das hier lesen, haben den Mut und oftmals gute (oder schlechte) Gründe.
4. Deutschland langweilt uns und/oder nervt uns.
5. Deutschland hat (aus Auswanderer Sicht) keine Zukunft.
6. Die Gesetze, mit denen können wir nicht viel anfangen, sie sind unfair und gegen uns.
7. wir haben keine nennenswerte soziale Bindung zu Deutschland.
8. Wir sind eben aus den verschiedenen Gründen "auf der Flucht".
9. Die Rente ist für Deutschland zu gering.
10. Also machen wir uns auf den Weg ins Ausland.
11. Diese Affinitäten haben wir wohl alle gemeinsam.


Gute Auswanderer

1. Lassen es damit Gut sein.
2. Haben keine Scherben in ihrer Vergangenheit in Deutschland hinterlassen, haben in Deutschland vor der Abreise korrekt aufgeräumt und sich die Option nach Deutschland zurück zugehen offengehalten, wenn sie es denn möchten.


Schlechte Auswanderer

1. Haben keine Möglichkeit nach Deutschland zurückzukehren.
2. Sie zahlten keinen Unterhalt für ihre Kinder und/oder haben Schulden beim Finanzamt oder schlimmere Dinge sonst wo hinterlassen.
3. Ihr Frust und Hass gegen Deutschland steigerte sich.
4. Sie müssen in Ungarn bleiben und leben - ob sie wollen oder nicht.
5. Reden sich ihr Schicksal bei jeder Gelegenheit schön.
6. Können, wissen und haben alles, was sie in Deutschland nie erreicht haben oder erreicht hätten.


Vorläufiges Fazit

Tendenziell ist da schon etwas dran, an dem Spruch:
"Hüte Dich vor Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind!"


Ein endgültiges Fazit

Vor allem gilt dieser Spruch für den Umgang mit offensichtlich dubiosen Gestalten, die man überall "zu Hauf" findet, wenn man in der scheinbaren Not, genau jenen die Füße leckt, die selbst bis zum Hals in der Not stecken, man gleichzeitig deren suspekte Vergangenheit und deren skurrile Sprüche akzeptiert, weil man glaubt, diese Leute in der Zukunft möglicherweise noch gebrauchen zu können.

Der Einwanderer, der sich auf bewusst unechter Freundschaftsbasis mit unechten Freunden umgibt, um Geld für einen Einwanderungshelfer zu sparen, der muss sich nicht wundern, wenn er auf "Freunde" trifft, die keine sind.

Beide ziehen sich geradezu magisch an.

Ich jedenfalls habe in Ungarn gute Freunde, Deutsche und Ungarn, auf die ich mich 100% verlassen kann.
Genauso kenne ich Deutsche, Österreicher, Schweizer und auch Ungarn, die ich nicht mehr mit dem Arsch anschauen würde.
Es gibt auch viele Foren für Auswanderer / Einwanderer die gegen Alles und Jeden hetzen der sich nicht auskennt, Fragen stellt oder eine andere Meinung bzw. eine andere politische Einstellung hat.
Besonders viele rechtsorientierte Auswanderer / Einwanderer, die es in ihrem Heimatland zu nichts gebracht haben, sind dort zuhauf vertreten, greifen Jeden an der ihnen nicht huldigt.

Viele davon, die über ihr Heimatland in übelster Weise gelästert haben, sind übrigens auch schon wieder aus ihrem vorher so hoch gelobten Ungarn, gen Heimat geflüchtet. Sei es weil es im Krankheitsfalle oder im Alter dort wohl die bessere Wahl ist. Einige aber allein nur deshalb, weil sie in Ihrem ach so geliebten Einwandererland soviel Mist gebaut haben, dass Sie sogar in Ungarn dafür verfolgt werden.

- Editiert von anton am 10.03.2015, 10:27 -
"Behüt mich Gott vor Sturm und Wind und den Deutschen die ausgewandert sind."

Für viele ist nie zu spät, das zu werden, was sie nie werden können.

Fordere von Anderen immer nur das, was dir selbst Total am Arsch vorbei geht.

Jeder soll den Mist ausbaden, den er selbst verzapft hat.

Was gäbe ich für eine Welt ohne Sprücheklopfer und Besserwisser.
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