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816 Posts - Einbürgerungswilliger leben u. leben lassen | AktuellPolitikBund Artikel-ServicesBundestag Atheisten, Maurer, Philosophen Von Markus Wehner, Berlin DruckenVersendenSpeichernVorherige Seite Verschwommene Konturen: Viele Bundestagsabgeordnete geben ungern alles von sich preis 01. April 2008 „Gläserner Abgeordneter“ - so lautet das neue Leitbild unserer Volksvertreter. Viele Bundestagsabgeordnete rechnen auf ihren Homepages ihr Einkommen und ihre Nebeneinkünfte auf Heller und Pfennig vor. Dazu sind sie verpflichtet. Aber nur dazu. Ob sie ihren Familienstand, ihren Glauben, die Anzahl ihrer Kinder oder ihren Beruf angeben, darüber können sie frei entscheiden. Solche Informationen könnten den potentiellen Wähler allerdings besonders interessieren. Weshalb Abgeordnete Privates oder scheinbar Privates preisgeben. Ganz durchschaubar sein wollen sie aber nicht. Bei der Religion etwa hört es für viele der gegenwärtig 612 Parlamentarier, die unter der Kuppel des Reichstags Gesetze beschließen, mit dem öffentlichen Bekenntnis auf. In der Union - die einzige mehrheitlich katholische Fraktion - macht nur eine kleine Minderheit von 7 der 223 Abgeordneten keine Angaben zur Konfession (drei Prozent). Die Freien Demokraten verzichten schon zu einem guten Drittel auf Angaben zum Glaubensbekenntnis, in der SPD sind es 42 Prozent. Bei der „Linken“ wächst dieser Anteil auf die Hälfte der Abgeordneten. Und fast zwei Drittel der grünen Parlamentarier äußern sich in „Kürschners Volkshandbuch“ und ähnlichen Nachschlagewerken nicht dazu, an was sie glauben oder auch nicht. Nur eine Atheistin Die Gründe sind unterschiedlich: Die einen behalten ihre Konfession für sich, weil sie sich von Kirche oder Glauben entfernt haben. Manche fürchten, Nichtgläubige abzuschrecken. Andere wollen vermeiden, dass Gläubige durch ein Bekenntnis zum Atheismus abgestoßen werden. Nur eine einzige Abgeordnete, Simone Violka von der SPD, bezeichnet sich im Amtlichen Handbuch des Bundestages als Atheist - die Finanzbuchhalterin hat ihren Wahlkreis im Chemnitzer Land. Bei der SPD nennen sich ein Dutzend Abgeordnete konfessionslos. Die Mehrzahl von ihnen kommt aus Ostdeutschland. In der „Linken“ gehört es hingegen fast zum guten Ton, konfessionslos oder ohne Glaubensbekenntnis zu sein: 17 Abgeordnete (elf davon aus dem Osten) bekennen sich dazu. Das ist ein Drittel der 53 Abgeordnete zählenden Fraktion. Als Katholik oder Protestant „outen“ sich nur sieben „Linke“. Zum Thema FAZ.NET-Spezial: Der gläserne Abgeordnete Muslime gibt es fünf im Bundestag, je zwei gehören der „Linken“ und den Grünen an, eine der SPD. Juden fehlen in der deutschen Volksvertretung. Gregor Gysi, Fraktionschef der „Linken“, hat zwar einen jüdischen Hintergrund, bezeichnet sich aber als nicht religiös. Die geringe religiöse Vielfalt im Bundestag hat auch damit zu tun, dass wenige Deutsche mit Migrationshintergrund Abgeordnete sind - selbst wenn man etwa die katholische CDU-Abgeordnete Michaela Noll, die einen iranischen Vater hat, mitzählt, kommt man nicht über elf hinaus. Die Grünen sind am weiblichsten Zu ihrem Familienstand äußern sich immerhin rund neunzig Prozent der Abgeordneten, in der Regel mit „verheiratet“ oder „ledig“. Rund zwanzig Volksvertreter geben „geschieden“ an, einer „getrennt lebend“. Wenige verwenden den Begriff „Lebensgemeinschaft“ oder „feste Partnerschaft“. Sie kommen in der Mehrzahl von den Grünen. Drei grüne Abgeordnete geben ihre homosexuelle Partnerschaft als Familienstand an - in anderen Fraktionen bleibt man bei „ledig“ oder „nicht verheiratet“. Kein Geheimnis ist die Zahl der weiblichen Abgeordneten. Es sind derzeit 197, was einem Anteil von 32,2 Prozent entspricht, fast exakt so viele wie in der vorigen Legislaturperiode. Bis in die frühen achtziger Jahre hatte der Frauenanteil unter zehn Prozent gelegen. Tiefpunkt war das Jahr 1972 mit 5,8 Prozent. Die Marke von 30 Prozent wurde 1998 überschritten. Die wenigsten Frauen hat die Unionsfraktion in ihren Reihen (21 Prozent), der Anteil ist leicht rückläufig. Die SPD kommt auf ein gutes Drittel Frauen, die weiblichste Fraktion bleibt - aufgrund der Quote - Bündnis 90/Die Grünen mit fast 60 Prozent Frauen. Wenn es um die höchste Kinderzahl geht, so nimmt Johannes Singhammer (CSU), der familienpolitische Sprecher der Union, mit sechs Kindern den Spitzenplatz ein. (Die siebenfache Mutter und Familienministerin Ursula von der Leyen hat kein Bundestagsmandat.) Fünf Kinder gibt es in der Unionsfraktion viermal, bei der FDP zweimal, bei SPD und Grünen je einmal. In der Linksfraktion sind drei Kinder Spitze. Französische Verhältnisse in der Union Teilt man die Zahl der Kinder durch die Zahl der Parlamentarier einer Fraktion, so ergibt sich eine umgekehrte Proportionalität: Je höher der Frauenanteil in einer Fraktion, desto geringer ist die durchschnittliche Kinderzahl. So haben die grünen Parlamentarier nur 1,1 Kinder. Und die Linksfraktion, die einen Frauenanteil von 50 Prozent aufweist, liegt mit 1,2 Kindern ebenfalls unter der mageren deutschen Geburtenrate von 1,3. Die SPD schafft es, diese Hürde deutlich zu überspringen (1,5). Die FDP liegt gar bei 1,6 Kindern je Abgeordneten. Die an Frauen schwache Unionsfraktion kommt auf den Spitzenwert 1,9 und damit fast zu französischen Verhältnissen. Die Gründe hierfür scheinen weltanschaulicher Natur zu sein, also im Stellenwert von Familie und Kindern begründet, der bei der katholisch geprägten Union besonders hoch ist. Daneben gibt es die These, dass weibliche Bundestagsabgeordnete weniger Kinder als ihre männlichen Kollegen haben, da sich der Beruf, mit häufiger Reisetätigkeit verbunden, schwer mit der Sorge für Kinder vereinbaren lässt. Am Beispiel der Grünen ist das kaum nachzuweisen: Dort haben männliche und weibliche Abgeordnete in der Summe gleich viel Kinder. Der Grund für die geringe durchschnittliche Kinderzahl liegt wohl eher in der hohen Zahl kinderloser Abgeordneter. Sie macht fast die Hälfte aller grünen Fraktionsmitglieder aus, wobei es noch mehr kinderlose Frauen als Männer gibt. Das Küken erwartet ein Kind Im Juni wird es eine kinderlose grüne Parlamentarierin weniger geben. Anna Lührmann, mit 24 Jahren die jüngste Abgeordnete, erwartet dann ein Kind. Mit 19 Jahren kam sie 2002 ins Parlament - und war 30 Jahre jünger als der Durchschnitt der heutigen Abgeordneten. Nach der zweiten Legislaturperiode will die Grüne erst einmal ihrem Mann, einem Diplomaten, nach Afrika folgen. Auch der älteste Parlamentarier ist noch der gleiche wie 2002: Otto Schily. Der 75 Jahre alte ehemalige Innenminister ist der einzige Abgeordnete, der die siebzig überschritten hat - er steht für 0,2 Prozent des Parlaments. Das entspricht nicht dem Gewicht seiner Alterskohorte in der Bevölkerung, denn die Siebzigjährigen machen mehr als acht Prozent aus. Auch am anderen Ende der Altersskala, bei den 18 bis 29 Jahre alten Abgeordneten, klafft eine Schere. In diese Altersgruppe fallen 2,4 Prozent der Abgeordneten, in der Bevölkerung sind es mehr als 14 Prozent. Dieses Missverhältnis ist verständlich, soll ein junger Mensch doch erst etwas lernen und im Beruf vorankommen, bevor er oder sie als Volksvertreter arbeitet. Dennoch fällt auf, dass den Bundestag ein hohes Mittelalter der Fünfzig- und Sechzigjährigen dominiert. Die Gruppe derer zwischen 50 und 64 Jahren macht deutlich mehr als die Hälfte aller Abgeordneten aus, nämlich fast 53 Prozent, während sie in der Gesamtbevölkerung nur gut 18 Prozent beträgt. Wenig repräsentativ im Vergleich zur Bevölkerung ist auch die Berufsstruktur des deutschen Parlaments. Zwar findet sich die Damenschneidermeisterin bei der CDU, ein echter Maurer bei der SPD, eine Schlosserin bei der „Linken“ und eine Bäckerin bei den Grünen. Doch Berufe aus der Produktion sind die Ausnahme im Bundestag. Landwirte gibt es nur wenige und allein bei der Union. Immer weniger Unternehmer In allen Fraktionen dominieren die Akademiker und die Fachleute aus der Verwaltung. Fast ein Viertel der Volksvertreter sind Juristen, in den Fraktionen von FDP und CDU/CSU machen sie ein Drittel der Abgeordneten aus. Während der Anteil der Juristen seit Jahren zunimmt, nimmt jener der Lehrer leicht ab. Die Sozialdemokraten sind - ein Fünftel der Abgeordneten hat diesen Beruf - am ehesten eine Lehrerpartei. Geht man nicht von der Ausbildung, sondern von der zuvor ausgeübten Tätigkeit aus, so ist etwa jeder sechste Parlamentarier zuvor als Partei-, Gewerkschafts- oder Verbandsfunktionär tätig gewesen. Die mit Abstand ausgeprägteste Funktionärspartei ist die „Linke“: Fast 40 Prozent ihrer Abgeordneten waren zuvor als Sekretäre und Funktionäre tätig, vor allem in den Gewerkschaften. Die Grünen bringen es immerhin auf fast ein Drittel ehemaliger Partei- und Verbandsfunktionäre. Weniger als 30 Mitglieder des Bundestages (4,7 Prozent) haben als Unternehmer oder Geschäftsführer einen Betrieb geleitet. Das war in früheren Jahren anders, die Zahl der Unternehmer im Parlament ist seit den fünfziger Jahren stetig gesunken. Legt man die Selbstauskunft der Abgeordneten zugrunde, wie sie im „Kürschner“ oder im „Arbeitshandbuch Bundestag“ veröffentlicht wird, erscheint das Bild noch dramatischer. Dort bezeichnen sich gerade einmal sieben Abgeordnete als Unternehmer: vier von der FDP, zwei von der Union und einer von der SPD. Dafür findet man heute allerlei Studenten mit Mitte 30, Referenten, Gästeführer, Parlamentarische Berater und eine Diplomphilosophin mit Abschluss in Rostow am Don aus dem Jahre 1981. Der Bundestagsabgeordnete ist eben ein nicht immer durchschaubares Wesen. Aber er ist stets nah an den Leut'. Quelle:http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EB3EEAF58 Ich liebe das Leben | ||||
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