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piccolino
icon01.gif Das Codex-Sinaiticus-Projekt - 25.07.2008, 18:11:02

816 Posts - Einbürgerungswilliger
leben u. leben lassen
Geschichte
Das Codex-Sinaiticus-Projekt
Die älteste Bibel wurde vor über 150 Jahren auseinandergerissen. Einzelne Blätter sind in verschiedenen Ländern wieder aufgetaucht – ein Onlineprojekt fügt sie nun wieder zusammen.
Von FOCUS-Online-Redakteurin Christina Steinlein
Das Katharinenkloster auf der Halbinsel Sinai
Der Codex Sinaiticus stammt aus der Mitte des 4. Jahrhunderts und ist nach heutigem Wissen die älteste Bibel, die auch das Neue Testament beinhaltet. „Aus der Zeit davor gibt es nur einzelne Fragmente“, erklärt Ulrich Johannes Schneider, Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig, der 43 Blätter gehören.

Das Buch hat eine spannende Geschichte und birgt bis heute etliche Geheimnisse. Entdeckt wurde es 1844 von Konstantin von Tischendorf, einem Theologie-Professor der Universität Leipzig, der damals den Orient bereiste. Er war überzeugt, dass es eine Bibel mit vollständigem Neuen Testament aus dem 4. Jahrhundert geben müsse. Fündig wurde er in der Bibliothek des Katharinenklosters auf der Sinai-Halbinsel, das im 6. Jahrhundert erbaut wurde. ZUM THEMA
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Älteste Bibel der WeltZerteiltes Dokument

„Die Geschichte der Entdeckung des Codex Sinaiticus ist gleichzeitig die Geschichte seiner Fragmentierung“, erklärt Schneider. Die Mönche schenkten von Tischendorf 43 Blätter, die dieser dem damaligen sächsischen König brachte, der die Reise finanziert hatte. Es handelt sich dabei um jene Seiten, die sich heute im Besitz der Universitätsbibliothek Leipzig befinden, und die seit heute auch im Internet ausgestellt sind.

Bei einer der folgenden Orientreisen, finanziert vom russischen Zar Alexander II., gelangte von Tischendorf 1859 in den Besitz des Hauptteils der Bibel. Diese 347 Blätter enthalten auch das Neue Testament. Sie landeten in Sankt Petersburg, von wo aus Stalin sie 1933 nach London verkaufte, um schnell an viel Geld zu gelangen. Die Bürger wurden damals zu Spenden aufgerufen. Dieser Teil der Bibel gehört heute der British Library. In der russischen Nationalbibliothek tauchten im 19. Jahrhundert noch einzelne Blätter und Fragmente auf, bei denen sich nicht mehr nachvollziehen lässt, wie sie nach Sankt Petersburg gelangten.

In den Tiefen der Bibliothek verschollen

1975 wurden weitere 24 Seiten entdeckt – sie waren immer noch in der Bibliothek des Katharinenklosters. „Die einzelnen Blätter des Codex Sinaiticus befinden sich an vier Orten“, sagt Schneider. „Die Eigentumsverhältnisse lassen sich schwer ändern, aber durch das Internet haben wir nun die Möglichkeit, das überlieferte Material vollständig zu veröffentlichen.“ So wird zumindest virtuell geheilt, was im wahren Leben vor über 150 Jahren auseinandergerissen wurde.

Im Internet können Besucher Fotografien jede einzelne Seite – bislang diejenigen, die den Bibliotheken in Leipzig und London gehören, die anderen werden erst später veröffentlicht – bei zwei verschiedenen Lichtverhältnissen betrachten. Alle Seiten sind durch eine vollständige Übersetzung des griechischen Textes ergänzt. Insgesamt ist sind die Hälfte des Alten Testaments und das vollständige Neue Testament erhalten. Außerdem stehen im Codex Sinaiticus zwei frühe christliche Texte, die in modernen Bibeln nicht mehr vorkommen. Insgesamt sind auf den Seiten über 1000 Korrekturen und Diskussionen notiert, die aus acht Jahrhunderten stammen – sie entstanden zwischen dem 4. und dem 12. Jahrhundert. Forscher schätzen, dass etwa 300 Seiten im Lauf der Zeit verloren gingen.

Es ist erstaunlich, dass überhaupt noch ein so großer Teil des Dokuments existiert. Aus dem 4. Jahrhundert ist nur eine einzige andere Bibel ähnlich gut erhalten: Der Codex Vaticanus enthält aber nur Bruchstücke des Neuen Testaments. Welche der beiden Handschriften älter ist, konnte die Forschung bis heute noch nicht klären.

http://www.focus.de/wissen/bildung/theologie/geschichte-das-codex-sinaiticus-projekt_aid_319851.html
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