8711 Posts - Magyar Vagyok Kocsis | | Zitat: | Original von Strandkézilabda
Was ist Fradi? |
gute Frage, Basti
aber keine Erkenntnis dazu; es gab mal die Webseite "Fradi.de"
(wurde durch das Einschleusen von Viren kaputtgemacht)
etwas aus der langen Vereinsgeschichte von Ferencváros war noch
greifbar, die an und für sich recht interessant ist:
| Zitat: | [i]Vereinsgeschichte I (Budapest, IX. Bezirk)
Wappen Ferencváros Der Rat der Stadt Pest von 1699 beschloss, dass das außerhalb der Stadtmauern liegende Szentfalva zusammen mit den anderen außerstädtischen Gebieten entwickelt werden muss.
Da die innerstädtischen Bürger großen Bedarf an billigen landwirtschaftlichen Produkten hatten, wurden unter den Gehöftbesitzern umsonst Ländereien verteilt, damit diese durch Viehzucht und Ackerbau die innerstädtische Bevölkerung mit Nahrung versorgten.
Die heutigen Grenzen des Stadtteils bildeten sich erst am Ende des 18. Jahrhunderts heraus und der Stadtteil wurde nach Kaiser Franz I. benannt.
Da es in den Anfangsjahren nachts nicht ganz ungefährlich war, trat nach Einbruch der Dunkelheit eine Ausgangssperre in Kraft.
Wenn jemand doch eine wichtige Angelegenheit zu erledigen hatte, so war er verpflichtet, in Begleitung von jemand mit einer brennenden Kerze oder einer Laterne auf die Straße zu gehen. So ging das bis 1796, als man sich entschloss, die Dunkelheit und Kriminalität mit Öl-Laternen zu bekämpfen.
1787 besaß Ferencváros schon drei Gastwirtschaften, 1793 - in der heutigen Ráday utca - sogar schon eine eigene Schule.
Die rasante Entwicklung der Anfangsjahre konnte nur das Hochwasser von 1795 brechen. Fast der gesamte Stadtteil war betroffen und war eine einzige große Ruine. Als Folge der nicht zentral koordinierten Bauunternehmungen entstand ein wiederum unaufgeräumt, eigenmächtig gestaltet wirkendes Stadtbild, obwohl 1796 die Stadtmauern abgerissen wurden und die Möglichkeit, dass die Vorstadt städtebaulich geordnet an die Innenstadt angenähert werden konnte, gegeben war.
In der Zwischenzeit begann auch die Magyarisierung von der Stadt Pest. Neben die deutschsprachigen Aufschriften wurden auch die Schilder in Ungarischer Sprache angebracht und die Straßennahmen in deutscher Sprache wurden Schritt für Schritt durch Ungarische ersetzt. Die heutige Mester utca trug in den Anfangsjahren den Namen Gottesacker Gasse, später Friedhof Gasse, und erhielt erst 1875 ihren heutigen, Ungarischen Namen.
Die erneute "große Sturmflut" von 1838 überflutete wieder das komplette Ferencváros, dieses war der Stadtteil mit den größten Flutschäden. Aus dieser Katastrophe lernte der städtische Rat von Pest und die Neubauten waren dieses mal von einem geordneten, geplanten Vorgehen geprägt.
Auf der Donauer Seite ließen sich die Handwerker nieder, die ersten Vertreter der Arbeiterklasse, über die Mester utca hinaus wiederum die Gärtner und Landwirte in ihren winzigen Häusern. Aber auch anerkannte Persönlichkeiten des kulturellen Lebens wie Krúdy Gyula, und auch die noch mehr mit der Heimat verwurzelten Móricz Zsigmond, Kosztolányi Dezso und József Attila, die ihre Kinderjahre hier verbrachten.
Nach der Niederschlagung des Freiheitskampfes von 1848 verlangsamte sich die Entwicklung des Stadtteils vorübergehend, aber nach dem Übereinkommen nahm eine umso stärkere Entwicklung ihren Beginn. Vorallem industrielle Bauten entstanden, aber die rasante industrielle Entwicklung des Stadtteils brachte große Armut über die Bevölkerung. Die in erster Linie über österreichisches Kapital verfügenden Industriellen kauften rasch die Grundstücke auf und organisierten gezielt ihre Großbetriebe.
Zu dieser Zeit entstanden unter anderem das Hungária Vegyimövek (Chemiefabrik), das Metallwarenwerk - die spätere Waffenfabrik -, der Schweineschlachthof, usw. In Ferencváros entstand die Basis von Budapests Verpflegungs-Industrie. Die Industrie wiederum lockte die Arbeiter, auch aus ländlichen Gebieten, an, bedeutete aber gleichzeitig auch das Ende für die kleinen Handwerksbetriebe und Kleinbauern.
Die am Ende des 19. Jahrhunderts gebauten neuen, großen Mietshäuser gelangten in die Hände der sogenannten Mittelschicht, des Großbürgertums.
In diesen Jahren wurde Ferencváros um solch bedeutende Gebäude reicher wie die von Ybl Miklós entworfene Közgáz Egyetem (Universität der Wirtschaftswissenschaften) und die von Petz Samu entworfene Vásárcsarnok (Markthalle).
An der Üllöi út befindet sich das, im Nationalen Stil gebaute, Handwerkskunstgeschichtliche Museum, das von Lechner Ödön entworfen wurde.
Trotz der industriellen und baulichen Entwicklung verschlechterten sich die sozialpolitischen Verhältnisse. Kein Wunder, das hier in Ferencváros die am meisten berühmt-berüchtigten Wohngebiete der Hauptstadt entstanden, das "dzsumbuj" an der Gubacsi út, die Zita und Valéria Wohngebiete.
Ein Teil von Ferencváros wurde um die Jahrhundertwende zu einem typischen Arbeiterviertel.
Mit dieser kurzen Vorstellung der Geschichte des XI. Bezirks wollten wir nur diejenigen geschichtlichen und kulturellen Traditionen vorstellen, dessen Teil auch die Geschichte des Ferencvárosi Torna Club ist.
Quelle: 7side.hu |
Gruss von Herbert Mark Twain sagte einmal:
"Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht." |